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Battlefield 4 – Review: Dragon Valley und Operation Outbreak

battlefield-4-screenshots-operation-outbreak-18Wann immer bis jetzt ein neuer DLC für Battlefield 4 erschienen ist, dann haben wir uns die Zeit genommen, einen kleinen Test- oder zumindest einen recht umfassenden Erfahrungsbericht – zu tippen. Im Falle von Community Operations und Legacy Operations haben wir das nicht getan. Der Hintergrund dahinter war einfach, dass die neuen Inhalte nichts gekostet haben. Andererseits kann man sich fragen, warum wir nicht trotzdem verraten sollen, was man warum von den neuen Maps halten sollte und was sie gut, weniger gut und vielleicht gar nicht gut machen. Und so laden wir nur minimal verspätet zum großen Testbericht für zwei kostenlose Inhalte, die es in sich haben…

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Mehr drin als man denkt

Sowohl Dragon Valley als auch Operation Outbreak ist der Umstand gemein, dass DICE L.A. einen sehr hohen Aufwand betrieben hat. Während bei älteren Titeln teilweise einfach nur bestehende Assets für neue Maps nur kombiniert wurden, wurden diesen beiden neuen Maps komplett neue Elemente spendiert. Die sind stellenweise sogar zerstörbar – der Aufwand dahinter dürfte entsprechend groß ausgefallen sein. Gleichzeitig erkennt man aber auch viele bekannte Gebäude, Pflanzen und mehr wieder – an einen richtigen kostenpflichtigen DLC kommen beide Maps in Bezug auf komplett neuen Content also nicht ganz heran. Das soll natürlich bei kostenlosen Inhalten für ein über zwei Jahre altes Spiel keine Kritik sein. Wenn uns überhaupt eine Sache stört, dann ist es der Umstand, dass man die neuen Maps separat und aktiv herunterladen muss und sie nicht einfach im Patch bekommt. Die Gründe dafür – die angesichts diverser Kommentare definitiv den einen oder anderen Fan verwirrt haben… – werden wir auf jeden Fall nicht verstehen.

Community Operations – Anderer Ansatz

Die erste kostenlose Battlefield-Map seit Menschengedenken (genauer gesagt: seit Ende 2010) hört auf den Namen Operation Outbreak und hat viele Spieler überrascht: Statt einem Remake hat DICE L.A. kurzerhand eine brandneue Map aus dem Boden gestampft und uns Fans ein Dschungel-Setting inklusive Tempelruinen, Wasserfall, Plantage, Fischerdorf und mehr spendiert.Dabei sieht Operation Outbreak mehr als nur beeindruckend aus – einen Vergleich mit dem immer noch als optischem Benchmark genutzten Crysis würde Battlefield 4 spätestens hier locker gewinnen.Dazu hat DICE die Entwicklung dezent revolutioniert: Anstatt der Community eine fertige – oder fast fertige – Map hinzustellen, durfte über die einzelnen Elemente abgestimmt werden und man konnte die Entwicklung Schritt um Schitt von einer fast leeren grauen Fläche zu einer vollwertigen Map beobachten, alles mitverfolgen und aktiv Einfluss auf die Entscheidungen nehmen. Die große Frage ist natürlich: Haben die vielen Köche den leckeren Map-Brei verdorben (Ja, wir haben so einen schrecklichen Satz wirklich geschrieben. #NoRegrets) oder ist von DICE L.A. in Zusammenarbeit mit der Community das nächste Level der Map-Qualität erreicht worden?

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Community Operations – Wirklich gut

Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: weder noch. Natürlich ist Operation Outbreak auch abseits der Optik eine wirklich tolle Map. Es macht Spaß, sich im Conquest durch den Dschungel zu schießen: Verschiedene Höhenlinien, wechselnde Sichtlinien, der dichte Bewuchs – so muss Dschungelkrieg aussehen. Jede einzelne Flagge könnte dazu als kleine Map für sich allein existieren: Egal ob der Tempel, das Fischerdorf, die Ruinenstadt, die Plantage, die medizinische Facility, die Plantage – alles hat Hand und Fuß, spielt sich angenehm, abwechlungsreich und bietet für jede Klasse, jede Waffe und quasi jede Spielweise etwas. Einige wenige Fahrzeuge bedeuten Gefahr, kommen aber ohne Teamplay nicht weit, da die Infanterie sehr viel Deckung hat – genau so muss das sein. Dazu rockt die Zerstörungsorgie: Quasi jedes Gebäude kann zerstört werden, Bäume fallen unter Granatenbeschuss oder werden von Panzern einfach überrollt. Hier kommen Erinnerungen an Bad Company 2 auf. (Bis man es spielt und erstaunt feststellt, dass Battlefield 4 es uns auf Operation Outbreak sogar erlaubt, mehr zu zerstören als anno dazumal.)

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Community Operations – Fehlender Wahnsinn

Kurz gesagt: Die Details passen, die Balance sitzt und der Fokus auf die auf anderen Maps teilweise vernachlässigte Infanterie ist natürlich ganz besonders wichtig. Gleichzeitig ist Operation Outbreak aber keine Map, die wie Strike at Karkand, Wake Island oder auch Operation Métro zum absoluten Klassiker werden dürfte. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Trotz der Freude am Dschungelkrieg ist der Rush-Modus im Serienvergleich nur gutes Mittelmaß und es fehlt an wirklich unvergesslichen Momenten, Szenarien und Dingen. Vielleicht – und das ist nur eine Theorie – ist es grade der Umstand, dass man auf so viele verschiedene Spieler gehört hat, dass am Ende ein wunderschönes, spielerisch sehr sauberes und balance-technisch sehr gutes Schlachtfeld herauskommen musste, dem aber ein ganz kleines bisschen der Wahnsinn und das Eckige und Kantige fehlen, das zum echten Legenden-Status fehlt. Am Ende bleibt Opration Outbreak eine tolle Conquest-Map, die auch gefahrlos in jedem weiteren Modus gespielt werden kann und die alles richtig macht.

Legacy Operations – Die neue Generation

Der „Legacy Operations“-DLC ist eine ganz andere Hausnummer als Operation Outbreak. Das liegt nicht etwa daran, dass Map-Remakes immer einen Bonus genießen (ganz im Gegenteil) – es liegt vor allem daran, dass Dragon Valley die erste Battlefield-Map ist, die nur für PC, Xbox One und Playstation 4 erschienen ist. Entsprechend riesig ist das Remake von Dragon Valley aus Battlefield 2 ausgefallen. Damit nicht nur Fahrzeug-Fans und Freunde riesiger Schlachten glücklich werden, hat man gleich noch ein Remake des „Team Deathmatch“-Gebiets von Noshahr Canals aus Battlefield 3 auf die Map gepackt. Man merkt bereits auf den ersten Blick, dass DICE L.A. hier wirklich Großes vorhat: Schroffe Hügel und Hänge, dichter Bewuchs, ein gigantischer zentraler Tempel – rein optisch und auch akkustisch ist Dragon Valley aus dem Jahr 2015 eine Erfahrung, die man so noch nicht in Battlefield 4 kannte.

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Legacy Operations – So muss Schlachtfeld

Panzer rollen los, Gebäude fliegen in die Luft, Kampfhelikopter dröhnen über unseren Köpfen und Jets brausen vorbei – ja, Dragon Valley ist nicht nur groß, sondern bietet auch eine Schlachtfeldatmosphäre, die man so bisher kein mal gesehen hat. Gut: Wir betrachten dabei auch die Qualität des Gameplays. Denn Dragon Valley 2015 bietet nicht nur Bombastoptik, tollen Sound, eigentlich nur zerstörbare Gebäude („Bad Company“-Fans werden Freudentränen weinen) und eine Atmosphäre wie einen Kriegsfilm – es macht einfach auch einen gigantischen Spaß. Die einzelnen Flaggen bieten genug Deckung und Abwechslung; es passiert aber auch zwischen den Flaggen mehr als genug. Ein mal liegt das daran, dass es meistens nur zwei nutzbare Wege für Fahrzeuge gibt – schroffe Hügel und das trennende Wasser sorgen dafür, dass sich die Fahrzeuge eher früher als später begegnen und such oft über hunderte Meter bekämpfen. Dazu sind die Brücken zerstör- und reparierbar, was für weitere Hotspots sorgt. Das Spielgefühl ist wirklich schwer zu beschreiben und nahezu perfekt: Egal ob im Fahrzeug oder zu Fuß – man kann loslaufen oder -fahren, sich an einem Gefecht beteiligen, sich zurückziehen, wieder angreifen, zur nächsten Flagge rennen oder fahren und das immer wieder und weiter. Dazu hat jede Waffe, jede Ausrüstung und jede Spielweise eine Daseinsberechtigung – Scharfschützen sind ebenso nötig wie Supports, Engineers und Assaults.  Wer sich übrigens fürchtet, dass Infanteristen keine Chance haben und man eigentlich die ganze Map mit Grabsteinen gefallener Infanteristen pflastern müsste: Keine Sorge – es gibt überall wirklich viel Deckung, obwohl die Zerstörung das Spielerlebnis mit fortschreitender Spieldauer stellenweise etwas anspruchsvoller gestalten kann. Zum Glück für überzeugte Fahrzeugverweigerer ist die zentrale große Insel mit zwei Flaggen für Fahrzeuge kaum erreichbar; dazu haben die Vehikel dort kaum eine Chance gegen Infanteristen, die die reichaltig platzierte Deckung und Höhenlinien ausnutzen können.

Legacy Operations – Die Sache mit dem Remake

Während wir bei Conquest Large ausnahmslos loben müssen, sind die Meinungen beim „Noshahr Canals“-Remake gespalten. Der Grund: Es gab einige Anpassungen bei der Größe, ein paar dezente neue Laufwege und noch einige weitere Änderungen. Was auf dem Papier nach (sinnvollen) Detailanpassunegn aussieht, führt in Kombination mit dem „Battlefield 4“-Gameplay zu echten Änderungen an der Spielerfahrungen. Statt dem recht hektischem Herumgerenne aus Battlefield 3 werden nun langsameres Vorgehen, das dauerhafte Nutzen von Deckung und die Nutzung unterschiedlicher Waffen mehr belohnt und stellen sogar den Weg zum Sieg dar. Das kann man als eisenharter Fan des Originals als brutale Todsünde sehen – das kann man aber auch als klare Verbesserung zum M16-Wahnsinn und dem No-Scoping sehen. Wie dem auch sei: Team Deathmatch auf Dragon Valley macht richtig Laune – die Spawnpunkte funktionieren wirklich gut, Teamplay hilft und wer sich richtig anstrengt, kann immer noch mnit einer Schrotflinte im Kreis rennen. Wir haben angesichts teils erbitterter Diskussionen manchmal sogar das Gefühl, dass DICE L.A. mit dem Remake so oder so bei einigen Fans nie eine echte Chance hatte – Battlefield 4 ist eben ein anderes Spiel als Battlefield 3.

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Legacy Operations – Nah an der Perfektion

Abseits davon müssen wir noch ein Sonderlob loswerden: Dragon Valley ist auch im Rush-Modus großartig geworden. Das ist speziell in Battlefield 4 aus zwei Gründen erwähnenswert: Ein Mal ist Battlefield 4 einfach generell nicht das beste Pflaster für Rush und dann ist eine große Map mit vielen Fahrzeugen auch nicht das beste Pflaster für Rush. Zum Glück ist das bei Dragon Valley kein Thema: Es gibt genug Platz, um Feinde zu umgehen und mit der Platzierung von Fahrzeugen hat man sich zurückgehalten. Der Mix aus Infanterie und Fahrzeugen ist mehr als gut gelungen und was an bombastischer Schlachtfeld-Atmosphäre fehlt, macht der Spielspaß wett, der locker an „Bad Company“-Rush heranreicht. Und dazu gibt es ja noch die anderen Modi und vor allem Conquest Large. Wir möchten es einfach noch einmal ganz klar gesagt haben: Dragon Valley 2015 ist ungefähr die beste Battlefield-Map, die wir in den letzten X Jahren gespielt haben. Durch die Zerstörung, die tolle Technik und alles würden wir sogar so weit gehen und sagen, dass das Remake im Gesamtpaket sogar besser ist als das Original.

Was wir außerdem schon immer sagen wollten

Zum Schluss wollen wir noch eine Sache gesagt haben: Sowohl Operation Outbreak als auch Dragon Valley sind tolle neue Inhalte. Es sind vor allem neue Inhalte, die kostenlos erschienen sind. Es sind dazu kostenlose neue Inhalte, die für ein über zwei Jahre altes Spiel erschienen sind. Man muss lange suchen, um heutzutage so einen Support zu finden. Kurz: Es ist eine gute Zeit, um Battlefield-Fan zu sein – und dabei erwähnen wir noch nicht einmal den kontinuierlichen Support, die massiven Verbesserungen und alles, die Battlefield 4 in den vergangenen zwei Jahren bekommen hat. Zum Launch war es buggy, es gab riesige Probleme – spätestens jetzt ist Battlefield 4 aber sehr viel mehr, als was man uns ursprünglich versprochen hatte. Und das ist einfach top.

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SirUruk
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