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Battlefield Hardline – Getaway-DLC im Test: Einfach top

battlefield-hardline-getaway-screenshots-6Es ist schon bemerkenswert: Da schwächelt Battlefield Hardline bei den Spielerzahlen und trotzdem packen die Entwickler in Patches und für Erweiterungen eine Tonne an Neuerungen und Features ins Spiel. Das neueste Ergebnis dieser Bemühungen hört auf den Namen Getaway und wird ab Dienstag für alle Spieler zur Verfügung stehen, die 15 Euro ausgeben wollen. Wir haben uns in sündhaft teure Luxuswagen gequetscht, Steinschläge verursacht, sind Zug gefahren und haben auch noch einen erfrischenden Abstecher in die Kanalisation unternommen, um herauszufinden, wie gut der Getaway-DLC jetzt wirklich ist.

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Ziemlich viel drin

An sich und rein von den Zahlen her ist der Getaway-DLC gar nicht so speziell: Vier neue Maps, drei neue Waffen für den Engineer, ein neues Engineer-Gadget, ein paar Tarnungen, vier neue Fahrzeuge, ein neuer Modus – das ist cool, aber unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem, was man als Battlefield-Fan als Standard kennt. Auffällig ist allerdings, wie viel Arbeit in den neuen DLC geflossen ist: Drei der vier Schlachtfelder bieten komplett neue Umgebungen und Settings – der Aufwand dahinter dürfte über dem gelegen haben, was sonst oftmals als gute DLC-Map verkauft wird. Angesichts von neun kostenlosen neuen Waffen für alle Spieler wirkt speziell die Waffenauswahl aber fast schon mickrig. (Aber gut – darüber wollen wir jetzt wirklich nicht meckern. Wo kämen wir denn da bitte hin, wenn wir uns über kostenlose neue Waffen beschweren?) Kurz: Die reine Inhaltsmenge passt.

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Wunderbar und groß…

Drei der vier Maps sind dann auch einfach nur groß. Pacific Highway mit dem Setting an der Pazifikküste Kaliforniens, Train Doge irgendwo in den Rocky Mountains und Double Cross mit einem Grenzübergang (und Grenzmauer) an der mexikanischen Grenze lassen Raser und Scharfschützen jubeln – wobei die Scharfschützen die vielen Höhenunterschiede nicht so bejubeln… – und sorgen dafür auch noch für dieses ganz spezielle Battlefield-Feeling. Sich von Flagge zu Flagge vorkämpfen, zu Fuß oder mit Fahrzeugen unterwegs sein – es sind coole Gefechte. Gleichzeitig haben die Devs grade hier das „Kleine Map innerhalb der großen Map“ auf die Spitze getrieben: Viele Flaggenpunkte könnten in anderen Spielen als kleines eigenes Level funktionieren – die Capture-Radien sind groß und es wimmelt von Deckung, gerne auch mal mehreren Ebenen und Verstecken. Allein eine Flagge zu stürmen wird da schon fast unmöglich. Das kann man toll finden, das kann man mies finden – die entstehenden Gefechte sind aber abwechslungsreich und über jeden Zweifel erhaben. Hotwire-Fans freuen sich bei den drei Maps auch auf entsprechend umfangreiche Ausfahrten und viel Spaß. Auch die Abwechslung stimmt: Wald und Nationalpark-Feeling, Oldschool-Minengelände und staubiges Grenzland mit einer riesigen Mauer und Schmugglertunneln sorgen zwar bei Klischee-Hassern für gerunzelte Aufgenbrauen, fangen aber Feeling und Atmosphäre aus entsprechenden Action-Filmen nur zu gut ein. Und wenn man dann neben einem Kamin eine Schrotflinte findet und Bärenköpfe zerschießt, einen Leuchtturm böse beschädigt oder in einer Kirchenruine kämpft, durch Schmugglertunnel krabbelt oder eine Mine erforscht, dann muss man ehrlich beeindruckt von der Liebe und Hingabe sein, mit der hier gearbeitet wurde.

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…Und ein Mal wunderbar und klein

Die letzte DLC-Map hört auf den Namen Diversion und spielt in Versorgungstunneln und Abwasserkanläen. Fahrzeuge sucht man hier vergeblich; stattdessen gibt es brutale Infanteriegefechte auf einer Map, die ziemlich verwinkelt daherkommt. Das mag zum Getaway-Thema nur begrenzt passen; bessere knackige Gefechte ohne Fahrzeuge haben wir aber schon längere Zeit nicht mehr erlebt. Und überhaupt: Bessere Maps hat ein Battlefield-DLC seit längerer Zeit nicht gehabt – und wenn wir noch einen Schritt weitergehen, dann dürfte es auf jeden Fall der beste Hardline-DLC sein. Dazu passten auch die vier neuen Fahrzeuge: Ein Tuning-Sportwagen (mit dem Lenkrad auf der rechten Seite), ein Supersportwagen, eine Limousine und Co. lassen nur wenig Wünsche offen. Was uns aufgefallen ist: Visceral Games hat diverse Fahrzeuge aus dem Robbery-DLC eingebaut – statt eines kleinen Scout-Helis mit Miniguns bekommt man beispielsweise ausschließlich die Pazifistenversion aus dem letzten DLC mit mehr Sitzplätzen. Generell liegt der Fokus auf Infanterie-Fights; Fahrzeuge sind oft nur zum Transport, Roadkills und coolen Drifts um Kurven gut, während ein Stapel neuer Songs aus dem Radio dröhnt.

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Capture the Bag!

Der neue Modus hört auf den Namen Capture the Bag. Überraschung: Es ist Capture the Flag! Allerdings hat Visceral Games ein paar Detailverbesserungen vorgenommen: Das feindliche Paket kann auch dann erobert werden, wenn das eigene Paket gestohlen worden ist; dazu muss man jetzt kurz in der Abholzone warten, bis das Paket abgeholt wurde. Und ja: Das blöde Spawnkilling, das in älteren Serienteilen teilweise auftreten konnte, weil die Basis auch noch der Ort war, an dem die Flagge spawnte, hat man auch gelöst – bis man zum Paket-Spawn kommt, muss man noch etwas laufen oder fahren. Das klingt zwar nach einer ziemlich primitiven und offensichtlichen Lösung, wurde aber bisher nie so wirklich umgesetzt. Das Ergebnis ist auf jeden Fall über jeden Zweifel erhaben: Es gibt zwei Brennpunkte, Fahrzeuge und konstant wechselnde Bedingungen. Ab Spielerzahlen von mehr als 32 Mann wird es aber etwas voll – während alle DLC-Maps im Conquest-Modus ohne übertriebenes Chaos locker mit 48 Mann zu spielen sind, ist die Paketjagd naturgemäß etwas spielerzahlensensitiver. Ob der Modus länger begeistern kann, wissen wir aber nicht – am Ende ist es das dritte Battlefield, das Capture the Flag bekommt und in den beiden Vorgängern war die Luft bei den verfügbaren Servern oft recht schnell raus.

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Und sonst so

Wir könnten noch viel erzählen: Wie auf Train Doge der über die Map brausende Zug speziell in Capture the Flag neue Taktiken ermöglicht. Oder wie man mit zerstörbaren Stegen auf Diversion für Chaos sorgt, während sich Sicherheitstüren öffnen und schließen. Oder was es für eine Freude ist, einen Hubschrauber mit einem Steinschlag außer Gefecht zu setzen. Speziell die Fights um den Leuchtturm auf Pacific Highway wollen wir noch gesondert erwähnen, weil sie einfach nur wunderbar sind. Abgesehen von den Lobhudeleien kann man noch darüber philosophieren, was die Entwickler dazu treibt, thematisch so unterschiedliche Maps in einen DLC zu packen. Klar: Wer den Season Pass hat, freut sich über Abwechslung. Der Rest der Fans allerdings möchte vielleicht lieber vier große oder vier kleine Maps bekommen und zerbricht sich den Kopf, ob auch drei ausreichen, um 15 Euro hinzulegen. Technisch kann man zumindest nicht meckern: Drei der vier Maps sind technisch über jeden Zweifel erhaben und teilweise wunderschön; nur Diversion mit seinen Tunneln fällt logischerweise etwas ab. Wirklich schimpfen kann man aber auch hier nicht.

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Battlefield Hardline – Getaway Review Fazit: Einfach top

Der Getaway-DLC ist eine wirklich sehr gute Erweiterung. Die Maps stecken voller liebevoller Details, das Feeling passt, das Gameplay rockt, der neue Modus macht Bock und die bestehenden Modi fügen sich wunderbar ein. Und auch sonst haben wir nichts zu schimpfen: Die neuen Fahrzeuge machen Spaß und Sinn, die frische Ausrüstung ist nett. Und am Ende vom Testtag stimmt dann auch das, was am wichtigsten ist: Der Spielspaß, wenn man sich einen Nachmittag durch Wälder, Minen, Grenzübergänge und die Kanalisation ballert. Dazu fällt auf, wie viel Arbeit man sich bei Visceral Games mit den neuen Inhalten gemacht hat – hier passt nicht nur das Gameplay, sondern auch die Menge an neuen Gebäuden, Settings, Elementen und mehr. Nur die Sache mit der Levolution ignorieren die Devs ziemlich stark und setzen lieber auf Detailzerstörung oder für das Gameplay relevante Dinge. Das enttäuscht den Cineasten vielleicht; Freunde guten Gameplays sind aber generell dankbar. Wer sich unbedingt einen Hardline-DLC holen will, sollte entweder warten, was Betrayal kann oder hier zuschlagen. Falsch machen kann man damit fast nichts.

Anmerkung: Im Testzeitraum haben wir auf dem PC immer mehrere Server mit Getaway-Maps gefunden. Die Spielerzahlen sehen aber auf PC, Xbox360 und Playstation 3 generell nicht wirklich rosig aus.

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