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Unravel – Test: Einfach nur putzig

unravel-screenshotsUnravel ist kein Spiel, über das wir normalerweise berichten würden. Ein 2D-Jump&Run? Mal ernsthaft – das passt nicht zu Battleield, Battlefront und Co. Aber weil die Entwickler von Coldwood Interactive DICE bei der PC-Version von Bad Company 2 geholfen haben und dazu einfach nur so begeistert wie nur irgendwie denkbar von ihrem kleinen Wollknäuel sind, haben wir die Seite in uns, die ohne Explosionen und Gewalt keinen großen Spaß hat, für ein paar Stunden einfach mal ruhiggestellt und haben uns auf den Weg gemacht, die Welt als Yarny zu erkunden.

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Ist das nicht schön?

Der Beginn von Unravel: Eine alte Frau steht auf, geht nach oben und ein kleines Wollknäuel erwacht zum Leben. Es ist Yarny, den wir in den kommenden Stunden spielen werden. Klein, aus roter Wolle und einfach nur putzig (ja, das Wort hassen wir zwar, aber es passt so perfekt.) ist das kleine Wollknäuel, dass wir ab sofort durch zweidimensionale Gegenden hüpfen, springen und klettern lassen. Die Aufgabe? Weiterkommen. Der Grund? Erinnerungen suchen und so ein Fotoalbum mit Erinnerungen füllen. Im ganzen Spiel wird dabei kein Wort gesprochen. Die einzigen Hinweise auf die Geschichte sind die Fotos und manchmal sichtbare Erinnerungen. Mehr sagen wir nicht – es ist aber am Ende eine wunderschöne Geschichte geworden.

Der rote Faden

Und so läuft, hüpft und klettert Yarny einfach durch das Level. Kleine Rätsel sorgen dafür, dass man ausreichend nachdenkt: Schwingen, an Fäden hochklettern und den eigenen Faden nutzen – das war ungefähr alles, was Yarny kann. Wenn man jetzt noch ein paar Knoten macht und so Seilbrücken erschafft, auf denen man sich nach oben katapultieren kann und dazu ein paar Dinge wie Zapfen, Äpfel und Co. durch das Level schiebt, um Gegengewichte zu haben oder irgendwo raufzukommen, dann ist das auch nicht direkt unvorstellbar komplex. Auch die Option, Dinge zusammenzubinden, erfordert keinen Einstein. Ein paar Sprungsequenzen lockern das Geschehen ebenso auf wie Gefahren in der Umgebung – Yarny ist klein und hat Angst vor Tieren; Wasser ist gleich fast sofort tödlich und dazu lauert die eine oder andere Falle. Um das alles noch etwas komplexer zu gestalten, hat Yarny nicht ewig viel Wolle: Der kleine Knirps zieht beim Laufen, Springen und Klettern einen roten Faden hinter sich her und wird immer dünner. Wer nicht auf die Wollspulen achtet, kommt bald gar nicht mehr weiter, während Yarny ganz ausgezehrt und schwach schwankend dasteht.

Emotion und Feeling

Ehrlich gesagt: Der letzte Absatz ist mies. Er wird Unravel zu keiner Sekunde gerecht. Warum? Weil alles an Unravel in jedem Moment darauf aus ist, dass wir ein emotionales Spielerlebnis haben. Ein verträumter Nachmittag am Strand, ein Garten mit Schaukeln, Schnee im Wald – die Liste an idyllischen Umgebungen ist beeindruckend. Dazu kommt ein wunderschöner Soundtrack. Und Yarny ist eben Yarny – klein, lieb, schutzbedürftig und einfach mal ein Charakter, den man nur mögen kann. Unravel ist nicht nur ein 2D-Spiel mit netten Rätseln und schicker Optik. Unravel ist eine ganz eigene Erfahrung auf einer Ebene über dem Springen, Hüpfen und Garn Verknoten, mit der höchstwahrscheinlich jeder Spieler viel mehr anfangen kann als mit dem nächsten Übersoldaten, der mal wieder die Welt retten muss. Die Überraschung im Gesicht von Yarny, wenn er das erste Mal nach draußen kommt oder der Schock, wenn er von Wellen überspült wird; das Abschütteln der Wassertropfen, wenn er am eigenen Seil aus dem Wasser klettert – all das sind Dinge, die besonders und einzigartig sind. Weil sie in Kombination mit der wunderschönen Welt eine Menschlichkeit zeigen, die sonst kaum ein Spiel bietet.

unravel-wallpaper-1Kleines Spiel ganz groß

Unreavel ist kein großes Spiel. Nach etwa acht Stunden wird man das Ende gesehen haben. Und wer nicht noch einmal durch die ganzen Level will, um ein paar Achievements zu erledigen oder ein paar Geheimnisse zu finden, der wird keinen echten Grund haben, mit Yarny auf noch ein Abenteuer zu gehen. Es sei denn natürlich, dass man sich in die wunderschöne Spielwelt und Yarny ein kleines bisschen verliebt hat. Und das hat quasi jeder getan, der nicht das ultimative steinerne Herz hat. Yarny nach normalen Maßstäben zu bewerten, ist auch darum einfach fast unmöglich – die schicke Optik, der gute Sound und auch die Emotionen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es die eine oder andere „Trial and Error“-Sequenz gibt und dass die Rätsel nicht so komplex sind, wie man das vielleicht erhoffen konnte. Schlussendlich machen Atmosphäre, Präsentation und all die Emotionen die kleinen Unzulänglichkeiten aber wieder mehr als nur wett. Wer der Meinung ist, dass Spiele nicht mehr sein können als nur Schießbuden, eSports-Titel oder große Explosionsansammlungen, der kann hier eines Besseren belehrt werden. Unravel ist einfach ein kleines Meisterwerk: emotional, wunderschön und bewegend.

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it.

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