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Doom – Inhouse: Was uns das Reboot über die Gefahren von Reboots sagt

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Wer etwas aufgepasst und die aktuellen Nachrichten verfolgt hat, der hat es vermutlich mitbekommen: Bereits im Mai veröffentlich id Software das brandneue Doom, das einfach nur auf den Namen Doom hört. Das ist schön und bringt sowohl alte Fans als auch jeden Spieler, der irgendwann einmal etwas zur Geschichte des allseits geliebten Ego-Shooter-Genres gehört hat, zum Staunen, Hoffen und Träumen: Der Urvater der „First Person“-Shooter kehrt zurück! Battlefield 5, Call of Duty, Counter Strike – ohne Doom von 1993, das die Shooter in die dritte Dimension holte, wäre nichts davon möglich gewesen. Dummerweise zeigt das neue Doom aber auch, warum es eine ganz schreckliche Idee ist, auf alle zu hören.

Oldschool und so, bitte!

Das neue Doom trägt aus einem guten Grund keine Zahl im Namen, obwohl es bereits drei Serienteile gab: Entwickler id Software hat – nachdem man eine interne Version, die stark an Call of Duty erinnerte, schlicht und ergreifend eingestellt hatte… – die Rückkehr zu den Werten des Originals verkündet. Rasantes Gameplay, brutales Gemetzel, keine Lebensregenerierung – man glaubt Oldschool-Fans vermutlich schon jubeln zu hören, wenn sie an die BFG, Kettensäge und das herrlich detaillierte und in Deutschland ungeschnittene Gesplatter denken. Dummerweise jubeln Fans des Originals quasi gar nicht. Der Grund: Die Entwickler haben es nicht geschafft, die alten Hardcore-Fans zu begeistern. Zu anspruchslos und zu wenig herausfordernd sei das Gameplay; speziell das Movement bekommt Kritik ab, da es deutlich langsamer als im Original ist. Auch die nicht so offenen Levels und die neuen Takedowns – verletzte Feinde kann man mit kurzen, brutalen und sich immer wider wiederholendenFinishern erledigen, sobald sie leuchten – stoßen auf keine Gegenliebe.

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Alt ist zu alt

Man könnte jetzt sagen, dass das normal sei: Nicht jeder mag Veränderungen; die Welt ändert sich aber und diverse alte Fans kehren einer Serie bei jedem neuen Teil scharenweise den Rücken – deal with it. Dummerweise hat Doom das Kunststück hinbekommen, es sich auch noch mit Freunden aktuellerer Titel recht erfolgreich zu verscherzen oder zumindest weit weg von Hype, riesiger Vorfreude und sonst etwas unterwegs zu sein. Das Versprechen auf blutiges Geballer auf einem Marsmond, auf dem sich ein Höllenportal geöffnet hat, reisst Battlefield- oder „Call of Duty“-Spieler heute eben nicht mehr von den Beinen, da epische Setpiece-Moments, Charaktere und sonst etwas fehlen. Und auch der Multiplayer machte in der kurzen Beta zwar Laune, warf aber niemanden um. Kleine Maps, sehr wenig Waffen, hektisches Gameplay, das aber teilweise gegen Call of Duty: Black Ops 3 langsam wirkte und Balance-Probleme – ehrlich mal: Wer hat sich den Raketenwerfer in der Form ausgedacht?! – und vor allem wenig Inhalte zum Freischalten haben auch optimistischere Naturen etwas ernüchtert zurückgelassen.

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Dämonenhackstück

Dabei wirkt gerade der Multiplayer auf den ersten Blick vielversprechend und beschwört Erinnerungen an die Glanzzeiten der Arena-Shooter. Sechs Mann pro Team, kleine Maps, sehr wenig Waffen – das klingt gut. An sich flutschen die Matches auch. Aber trotz flottem Tempo, wenig Waffen, diversen Pickups und dem Umstand, dass man Lebensenergie aufheben muss, sind Freunde der Vorgänger enttäuscht. Feinheiten wie Rocketjumps, Anpassungen der Bewegungsrichtung im Sprung und Co. fehlen, was den Fights viel Faszination nimmt. Auch die Option, als mächtiger Dämon unterwegs zu sein, sobald man eine in der Map-Mitte spawnende Rune aufhebt, kommt nicht gut an – der Dämon ist zu mächtig. Und die Takedowns bei verletzten Feinden aus dem Singleplayer finden sich auch hier inklusive dem Glow des entsprechenden Spielers. Fans neuerer Titel vermissen nach ein paar Runden echte Unlocks – neben einer kleinen Handvoll Waffen gibt es nur Waffentarnungen und optische Anpassungen für die Rüstung, mit der man am Ende als pinkes Marsmännchen herumrennen darf. Die Reaktionen sind durch die Bank verhalten, da speziell das Thema Wiederspielwert und Motivation von allen Seiten in Frage gestellt werden. Ob der versprochene Map-Editor für Singleplayer und Multiplayer das Ruder herumreissen kann, steht aktuell noch in den Sternen – mehr Schlachtfelder als Rettung, wenn ein Teil der Spieler das Gameplay langweilig findet und der andere es als recht veraltet ansieht und nicht einmal groß motiviert wird, klingt zumindest leicht beunruhigend.

Zwischen allen Stühlen

Offen gestanden: Wir gehen davon aus, dass Doom ein guter Shooter wird, der sich ordentlich verkauft. Aber das wird es auch schon gewesen sein: Eine Revolution des Genres auf spielerischer Ebene ist nicht drin, weil man es sich bloß nicht mit den alten Fans verscherzen will. Dummerweise verscherzt man es sich mit genau diesen vielen alten Fans, weil die viele Feinheiten und Besonderheiten des Originals vermissen. Potentielle neue Fans vermissen gleichzeitig die Dinge, die man aufgrund der (vermuteten) Wünsche der alten Fans nicht im Spiel hat. Und technisch wirkt der Titel heute nicht bahnbrechend, sondern nach einem schicken Vertreter, der aber weit davon entfernt ist, irgendeinen Standard zu setzen. Am Ende ist das neue Doom also ein Spiel, das gefühlt niemanden so richtig begeistert: Technisch flasht es nicht, spielerisch und motivationstechnisch enttäuscht es die verschiedenen Spielergruppen und das Drumherum haut auch niemanden so richtig um.

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Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

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