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Battlefield 5 – Inhouse: Warum Battlefield Bad Company 2 so gut war

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Weil zu Battlefield 5 immer noch nichts Neues bekannt geworden – und es sowieso der nachrichtentechnisch eher unspannende Sonntag… – ist, gibt es mal wieder einen neuen Inhouse-Artikel. Heute wollen wir dabei einfach mal in Erinnerungen schwelgen und erinnern an das wunderbare Battlefield Bad Company 2, das schon vor über sechs Jahren (wir werden alt!) erschienen ist. Und abseits vom Erinnern und Schwärmen wollen wir uns auch ganz unauffällig auf die Spurensuche begeben, warum das Spinoff in der Community so gut ankam, dass es auch heute noch extrem viele Fans hat.

Einfach nur zerstören und staunen

Die erste echte Spielerfahrung am eigenen Leib mit Bad Company 2 haben wir auf der GamesCom 2009 gemacht: Rush auf Port Valdez – das bedeutete Schnee, Aufregung, Hype, Vorfreude und eben auch Zerstörung. Das erste Mal mit einem Granatenwerfer auf eine Wand zu schießen, den herrlich wuchtigen Explosions-Sound zu hören und zu sehen, wie die Wand verschwindet – das ist ein Gefühl und Erlebnis, das man wohl nie vergisst. (Obwohl wir auf der Konsole spielen mussten und darum durch die Bank nichts trafen. Das galt zum Glück auch für alle Gegner.)  Für PC-Spieler wie uns war dieser Moment der erste Berührpunkt mit echter Zerstörung in Battlefield; dazu waren Optik und Sound einfach umwerfend. Nach ausreichend Granateneinsatz krachte dann auch das Gebäude nach einer kurzen Warnung zusammen – auch das hatte es davor noch nie gegeben. Und all das sah so klasse aus, es hörte sich so gut an. Kurz: Battlefield Bad Company 2 war auf den ersten Blick ein Actionfilm zum Selberspielen in wunderschön.

Diese tollen Maps!

Schicke Schaueffekte sind die eine Sache; langfristiger Spielspaß ist ein ganz anderes Thema. Genau diesen so wichtigen langfristigen Spielspaß bot Bad Company 2 aber. Wenn man sich nach den Gründen umschaut, dann kommen viele Antworten. Man könnte als einen Grund nennen, dass die Maps einfach wunderbar gut waren. Und damit meinen wir nicht nur die Optik oder die Zerstörung (die dadurch erreicht wurde, dass man eine Handvoll zerstörbare Klongebäude auf der Map verteilte…), sondern den Umstand, dass jede Map in jedem Modus nahezu perfekt funktioniert hat. Es gab keine frustrierend nervigen Camper auf Wolkenkratzern (weil es keine Wolkenkratzer gab) und der Flow passte einfach. Speziell im Rush-Modus hat es danach keine vergleichbaren Battlefield-Maps gegeben. Der Conquest-Modus musste dafür hintenan stehen und war dank Linearität und oftmals klarer Frontlinien nicht jedermanns Sache; es funktionierte aber schlicht und ergreifend alles immer und machte immer viel Freude. Die größe Frage rund um das Thema ist meistens, welche Map die Spieler am meisten mochten und warum – Arica Harbor, Harvest Day, Oasis, Lagune Presa, Panama Canal, Valparaiso oder Isla Innocentes sind Namen, die bei der Frage nach der besten „Bad Company 2“-Map oft genannt werden.

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Dieses tolle schlanke Gameplay!

Auch das Gameplay in Bad Company 2 hatte großen Anteil daran, dass so viele Fans den Titel so oft als ihr Lieblings-Battlefield nennen. Ein Mal gab es kaum wirklich nervige Gadgets – Mörser, UCAV, „Lock On“-Waffen und Co. fehlten schlicht und ergreifend. Selbst sonst eher verpönte Ausrüstung wie Granaten (nein, es gab keine Impact Nades…), Granatwerfer oder der Mörserangriff des Recons (Wookies!) waren so fair ausbalanciert, dass man niemals zu sehr genervt und gefrustet wurde. (Mit Ausnahme des Meatgrinders auf Port Valdet an der zweiten MCOM-Station…) Und das Waffenhandling an sich war der Hammer: Merkbarer Rückstoß und Spread in Kombination mit einem fairen Schadensmodell sorgten dafür, dass man für Erfahrung und Waffenbeherrschung belohnt wurde. Anders als etwa in Battlefield 3 (das auch ein tolles Spiel ist und von uns vermutlich nächstes Wochenende einen eigenen Artikel bekommen wird…) war alles nicht ganz so schnell –  man war nicht ganz so schnell tot, man rannte nicht so schnell herum und man konnte teilweise auf Beschuss noch reagieren. Hier wäre für ein Battlefield 5 sogar mehr Waffen-Customization drin, wenn man sich generell an den Stärken orientiert: nicht überladen und vor allem Skill-abhängig und mit genug Eigenständigkeit pro Waffe.  Dazu kamen in Bad Company 2 faire Fahrzeuge: stark ja, überstark nein. Auch die Masse an Fahrzeugen war normalerweise so limitiert, dass ein Fahrzeug zwar immer eine Gefahr war; gleichzeitig hatte man nach dem Ausschalten eines der nur marginal modifizierbaren Vehikel auch seine Ruhe. Und weil „Lock Ons“-fehlten, fehlte auch ein riesiger Frustfaktor.

Und die Sache mit Vietnam

Den Umstand, dass Bad Company 2 diverse Modi für bestehende Maps freigeschaltet bekam, wollen wir an der Stelle nicht überbewerten. Was wir allerdings unbedingt erwähnen wollen: Wie auch Battlefield 4 gab es kostenlose Maps und vor allem einen DLC, der ein komplett neues Setting mitbrachte. Bad Company 2 Vietnam war eine tolle Erweiterung mit neuen Fraktionen, fünf neuen Maps, neuen Waffen (inklusive Flammenwerfer) und einer Handvoll frischer Fahrzeuge. Natürlich sind seitdem die Anforderungen an die Entwickler und der Arbeitsaufwand für die Erstellung von Modellen, Maps und Co. deutlich gestiegen (was übrigens in diversen Kommentar-Milchmädchenrechnungen leider nur zu gerne ignoriert wird… #Kopfschüttel); es wäre aber ein tolles Modell für das neue Battlefield. Warum nicht einfach für Battlefield 5 Premium zwei oder drei echte Addons bauen und neue Settings, Fraktionen und Waffen mitliefern, anstatt einfach nur neue Maps, Waffen und Modi – letztere enttäuschten ja leider immer mal wieder… – als kleine DLC-Pakete zu verkaufen? So viele Spieler wollen auch einmal ein neues Setting sehen und die Möglichkeiten wären nahezu endlos…

Es war nicht alles perfekt (Disclaimer™)

Natürlich wissen wir auch, dass Battlefield Bad Company 2 niemals wirklich perfekt war. Die Kombination aus Granatenwerfer und Ammobox; Probleme mit der Treffererkennung, die merkwürdige sehr limitierte Flugphysik der Helis und das Fehlen echter offener und weitläufiger Conquest-Maps sind die Punkte, die Battlefield-Fans ebenso ins Auge springen wie das Fehlen der Commo Rose oder der Möglichkeit, sich hinzulegen. Auch extreme Überstrahleffekte und übertriebene Sandfahnen, die teilweise nicht einmal von jedem gesehen wurden, waren zusammen mit Headglitchern sicher keine Glanzpunkte. All das sind aber alte Fehler, die heute mit der neuen Version der FrostBite-Engine kein Thema wären. Und wir wollen nicht einmal unbedingt ein Battlefield Bad Company 3. Wir wollen eigentlich nur ein neues Battlefield, das sich auf diverse auffällige Stärken von Bad Company 2 besinnt: Ein schlankes Klassensystem, wirklich unterschiedliche Waffen, eine gute Balance (in Bezug auf Klassen, Maps, Modi, Fahrzeuge und Waffen), viel Zerstörung, wirklich zum Modus passende Maps und dieses tolle Feeling, dass man in Bad Company 2 hatte.

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Und was wir jetzt am Ende mitnehmen

Für uns wird Battlefield Bad Company 2 immer untrennbar mit dem Staunen verbunden sein, zum ersten Mal ein Gebäude zu zerstören und einen Sniper damit zu erschlagen. Ein solches Staunen und so eine Begeisterung werden wir in der Hinsicht wohl nie wieder erleben können, weil es – wie so viele Erfahrungen – ein Erlebnis ist, das nur ein Mal wirklich ganz neu sein kann. Aber auch abseits davon war Bad Company 2 ein tolles Spiel: Die Maps waren kultig; Modi, Fahrzeuge und Maps haben wirklich zusammengepasst und das Gameplay war auch abseits davon toll. Fahrzeuge, Waffen und die Klassen waren so, wie sie eigentlich sein sollten: Es gab keinen Overkill von irgendwas, nur um möglichst viele Inhalte zu haben. Als Ergebnis dieser bewussten Beschärnkung hat (fast und fast immer…) alles ineinander gegriffen und das Gameplay gerockt. Selbst das DLC-Thema hat man damals wunderbar elegant gelöst. Auf viele Errungenschaften der letzten Jahre und speziell vom Battlefield 4 Community Test Environment wollen wir für ein Battlefield 5 natürlich unter keinen Umständen verzichten; ein paar zentrale Dinge sollte DICE sich aber auf jeden Fall von Battlefield Bad Company 2 abschauen. Denn was damals 2010 erschien, war ein unglaublich gutes Spiel, das selbst heute noch viel Spaß macht. (Ach ja: Die coolen Trailer und den kultigen Singleplayer fanden wir auch klasse.)

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