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FIFA 17 – Review: Mehr, größer und schöner

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Wer Fußball mag und nicht gerade zu den fünf Prozent der Menschen gehört, die Pro Evolution Soccer spielen und eisern am Underdog festhalten, der spielt bekanntlich Jahr um Jahr das neue FIFA. Dieses Jahr heißt die neue Version FIFA 17 und bringt tatsächlich einen ganzen Stapel Neuigkeiten mit, die auch abseits von schnöden Gameplay- und Balance-Anpassungen Eindruck machen: Spieler mit den neuen Konsolen oder PC genießen dank FrostBite-Engine eine deutlich schönere Optik, dazu gibt es neben Managermodus, Online Season, FIFA Ultimate Team, Be a Pro und Co. auch noch einen Singleplayer mit echten Zwischensequenzen, Charakteren und Entscheidungen, die wir in Gesprächen treffen dürfen. Da bleibt eigentlich nur die Frage, wie viel besser das neue FIFA ist. Eigentlich…

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Ein Mal starten

Alex Hunter hat es in der Kampagne trotz gigantischem Potential schwer: Als junger Profi den Durchbruch schaffen ist kein Zuckerschlecken. Unter der Woche wird trainiert, am Wochenende wird dann gespielt – wir steuern das ganze Team oder nur Hunter –  und all das passiert unter dem Druck, gut sein zu müssen. Spielen wir schlecht oder setzen wir Trainingseinheiten in den Sand, werden wir nicht aufgestellt und haben damit natürlich ein Problem, weil wir erstens spielen, zweitens unseren Marktwert steigern und drittens keine fiesen Tweets im Spiel über uns lesen wollen. (Grade die Tweets tun so weh! #Sad) Auch in den Zwischensequenzen können wir verkacken und Probleme kriegen: Wählen wir die falsche Antwort, sinkt unsere Beliebtheit bei Mitspielern, Fans oder dem Manager, was sich natürlich nicht gut macht. Was bei uns vor dem Spielen bei uns Befürchtungen eines dezenten Fails auslöste, hat uns positiv überrascht: Die neue Kampagne schafft es meistens, mehr als nur ein guter Einstieg in die FIFA-Welt für Neulinge zu sein – die Inszenierung ist einfach wirklich gut. Und trotz platter Charaktere und gelegentlichem Leerlauf, wenn wir X Trainingsspiele und Matches aneinanderreihen müssen, ist die Geschichte schick inszeniert und motiviert zum Weiterspielen. Oder anders gesagt: Als netter Start für FIFA-Neulinge oder all diejenigen unter uns, die einen gut inszenierten Einstieg wollen, ist die Kampagne definitiv einen Blick wert.

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Bitte gute Dinge verbessern

Wer darauf keine Lust hat, spielt die aus den Vorjahren bekannten anderen Modi. Hier fallen dann diverse Detailanpassungen auf – im Manager-Modus haben wir beispielsweise noch diverse Managerziele wie eine Reduzierung der Kaderkosten… – die allerdings trotz eines guten Hintergedankens eher im Bereich von „ganz nett“ anzusiedeln sind. Die einzige Ausnahme: Online kann man zum Start eines Matches gemeinsam mit dem Gegner die Runde ohne Strafe verlassen, wenn beide zustimmen (was bei Serverproblemen die beste Entwickler-Idee der Welt ist). Die wirklich relevanten FIFA-Änderungen findet man – abseits der Optik – aber eher auf dem Platz: KI-Mannschaften passen kriminell genau (was frustrierend sein kann) und Mitspieler laufen sich etwas besser frei. (Was nicht heißen soll, dass sie das immer oder so gut machen, wie wir uns das fluchend wünschen.) Auch die Animationen wurden nochmals verfeinert – man will mehr als nur ein Mal einfach nur ganz genau nochmal in Zeitlupe sehen, wie ein Spieler den Ball annimmt, sich dreht, ihn sich auf den anderen Fuß legt und ihn dann mit der Hacke nach hinten befördert. Dazu wurde die Physik verbessert, was speziell bei Zusammenstößen nicht nur schick aussieht, sondern auch Spaß macht. Ein bulliger Verteidiger schiebt einen kleinen leichten Stürmer oftmals problemlos ins Aus – das macht Sinn, ist realistischer und freut alle Feinde von Messi und Neymar.

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Hin- und hergeschoben

Generell feiern Feinde von Naymar und Messi sowieso, da sich das Gameplay etwas geändert hat: Anstatt ausschlielich mit pfeilschnellen Flügelstürmern durchzurennen – was nun deutlich seltener klappt… – ist jetzt ein guter Aufbau wichtiger. Schnelle und präzise Pässe, Verlagerungen, saubere Pässe in den Raum im richtigen Moment und Co. werden mit Raumgewinnen und dann auch Toren belohnt. Das kann man feiern oder hassen; das Spielgefühl hat sich aber nach FIFA 16 nocheinmal mehr in Richtung kontrolliertes Aufbauspiel entwickelt. Zur Strafe fängt man sich dafür nun ab und an einen Konter – wer auf die Abseitsfalle setzt und nicht aufpasst, ist dank realistischer Sprintgeschwindigkeiten chancenlos. Weitere Neuerungen: Das Abschirmen vom Ball ist  wichtiger als zuvor geworden und es gibt nette Details wie die Chance, einen hohen Ball anzunehmen und nicht weiterzuleiten. Dazu ist der Schiedsrichter nicht mehr ganz so debil und bestraft gerne auch mal offensichtliches Sperren, während ein per Grätsche durch die Hinterbeine gespielter Ball nicht unbedingt sofort Rot bedeutet. (#Yay) In Kombination mit angepassten Freistößen, Ecken, Elfmetern und Einwürfen – wobei man generell immer mehr Freiheit und Kontrolle hat – hat sich das Gameplay in die richtige Richtung entwickelt. Ganz perfekt ist aber natürlich noch nicht alles: Wenn man fünf Mal im Match Aluminium trifft, der Gegner für einen winzigen Schubser einen Elfmeter bekommt oder der entscheidende Konter in der Nachspielzeit vergeigt wird, weil der Flügelstürmer einfach nicht in die Spitze startet, dann flucht der geneigte FIFA-Spieler so wie in den letzten Jahren.

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Top-Technik

Zur neuen Engine haben wir aus gutem Grund bisher wenig gesagt. Warum? Die mächtige FrostBite-Engine kann einfach mehr als sie im neuen FIFA zeigt. Klar: Alles sieht deutlich besser als im Vorjahr aus – Beleuchtung, Spielergesichter, Animationen und Stadien mitsamt Zuschauern haben große bis riesige Schritte nach vorne gemacht und es gibt auch keine Probleme wie Abstürze oder sonst etwas. Neu sind dazu echte Trainer an den Seitenlinien, die entsprechend herumtoben. Trotzdem: Schaut man sich ein Battlefield 1, Star Wars Battlefront oder Mass Effect: Andromeda an und denkt sich, dass da doch mehr Potential in der Technik steckt. Zumindest kann man abseits der allerhöchsten Erwartungen nicht meckern: Die Menüs sind sauber und gewohnt stylish und übersichtlich, die weiter verbesserte und aufgemotzte Inszenierung mit Kamerafahrten, Einblendungen und Kommentatoren ist wie auch in den letzten Jahren genau so konkurrenzlos wie immer und die Sounds sind top. Auch das fette Lizenzpaket kann begeistern, obwohl man sich als Fan von St. Pauli natürlich darüber ärgern kann, dass die eher unbekannten Spieler eben doch immer noch sehr grob modelliert werden. Trotzde: Technik, Inszenierung und Sound sind über jeden Zweifel erhaben und konkurrenzlos.

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FIFA 17 – Fazit: Das Gute noch besser

Man kann FIFA 17 sehr positiv betrachten: Technisch hat EA Sports den nächsten Schritt gemacht, spielerisch hat man sich weiterentwickelt, die neue Kampagne ist eine nette und überraschend gut gemachte Ergänzung und die Spielvarianten wie Ultimate Team, Seasons und Co. entfalten genau die gleiche Sog- und Suchtwirkung wie immer. Natürlich kannman auch kritisch werden und sich fragen, warum manche Probleme mit KI und Schiedsrichter weiter bestehen, warum die Technik nicht noch besser geworden ist und so weiter und so fort. Aber mal ehrlich: Erstens macht FIFA 17 verdammt viel Spaß, zweitens habt ihr es euch vermutlich sowieso schon geholt und drittens ist FIFA 17 bei Betrachtung des Gesamtpakets einfach zu Recht immer noch das erfolgreichste Fußballspiel. Und außerdem macht es eben einfach verdammt viel Spaß. (Wenn wir nicht fluchen wie die Weltmeister. Aber auch da ist FIFA für Höchsteleistungen verantwortlich.) Wie schon die letzten Jahre kann man also gefahrlos zum Kauf des neuen FIFA raten. (Obwohl Marco Reuss auf dem Cover jetzt nicht unbedingt sein musste…)

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