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Battlefield 1 – Inhouse: Make The Community Great Again

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Es gibt Texte zu Battlefield 1, die sich quasi von allein schreiben: Größter Launch eines DICE-Spiels, kommende Fixes, tolle neue Features, kaum Bugs, Top-Wertungen – da geht fast nichts schief und alles ist gut. Und dann gibt es die Texte, die schwerer zu schreiben sind – fehlende private Server, zum verspäteten Launch abgespeckte Server-Features, Bugs, Probleme und Co. sind Dinge, die für die Community und das Spiel natürlich einen Tacken wichtiger sind als die positiven Nachrichten. Man möchte alle Fans ausgewogen und umfassend informieren; man will fair berichten – und man will notfalls auch etwas Druck auf die Entwickler ausüben, die richtigen Ideen und Vorschläge pushen und sicherstellen, dass Battlefield 1 noch besser wird. Aber so einfach ist die Welt nicht und wir machen es uns alle selber so viel schwerer.

Ein einziges Ziel

Benennen wir die Dinge einfach beim Namen: Wir alle wollen, dass Battlefield 1 so gut wie nur menschenmöglich wird. Wir wollen, dass es bei jedem Fan funktioniert. Wir alle wollen, dass wir alle Spaß haben. Als alteingesessener Chefredakteur (bald habe ich die Ehre, meinen zehnjährigen Community-Chef-Geburtstag zu feiern… #OldAsFuck) habe ich die Battlefield-Launches seit zehn Jahren aus erster Hand miterlebt. Ich habe Bugs gezählt, X Spielstunden auf jeder Map verbracht und tausende Nachrichten getippt. Ich habe neben allen schönen und coolen Momenten auch regelmäßig miterlebt, was immer wieder passiert: Wie die Errungenschaften und Fortschritte in den Hintergrund treten, wie schnell die Stimmung kippt und wie rasant sich einige Wortführer in ein oder zwei Themen verbeißen können.  Und ich habe gesehen, wohin das- selten hier und viel öfter im offiziellen Forum… –  immer wieder führt: zu Hass, zu Beleidigungen, zu Frust, zu Wut und zu persönlichen Attacken. Dann wird kaum noch miteinander gesprochen, sondern fast ausschließlich in die Welt gebrüllt und alles, wofür das Wort Community doch stehen soll – Gemeinsamkeit, Spaß am Spiel, Respekt – wird auf dem Altar des angeblichen Gemeinwohls und der Rettung des Spiels geopfert.

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The End Is Nigh

Schauen wir einfach einmal im Detail auf Battlefield 1: Der sauberste Launch in der Serienhistorie, großartiger Spielspaß, eine tolle Qualität und – ja, wir vergessen das nicht… – diverse fehlende Features und ein paar Bugs kennzeichnen das neueste Werk von DICE. Und ja: Es ist wichtig, dass wir die Fehler benennen. Es ist wichtig, dass man den Entwicklern mitteilt, was fehlt und was besser werden muss – als große Fansite ist auch das unser Job. Aber es ist nicht unser Job, wütenden Fans Fackel und Mistgabel zu reichen und jede Übertreibung unwidersprochen stehen zu lassen. Man muss nur kurz auf die Begriffe schauen, die in der Community herumschwirren: Es gibt kaum einen größeren Vorwurf als den der Relativierung. Ernsthaft mal: Was ist daran schlimm, die Dinge einzuordnen? Wo ist das Drama, wenn man sagt, was tatsächlich im Kontext der Realität Sache ist? Warum muss man sich dafür rechtfertigen, wenn man sagt, wie die Realität abseits der Verheißung endloser Perfektion ist und was tatsächlich passiert? Warum muss man sich dafür rechtfertigen, dass man sich weigert, alles sofort kaputtzureden und die Ansicht vertritt, dass die Leute, die Battlefield 4 gefixt und jahrelang supportet haben, etwas Vertrauen bei den bestehenden Problemen (die im Vergleich zu allem, was man schon zum Launch abgeliefert hat verdammt gering sind!) verdient haben?

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Fucking Arrogance

Die Antwort auf diese Fragen ist einfach: Wir alle haben uns dieses Problem auch selbst geschaffen. Weil wir Fehler gemacht haben, weil wir bei manchen Themen zu viel Vertrauen zu DICE hatten und vor allem weil unsere Welt so ist, wie sie ist: Es wird gebrüllt, geschrien und am Ende geht alles in einer Lawine von Ausrufezeichen unter. Unsere ganze Medienlandschaft ist darauf aufgebaut – wir haben kaum noch Zeit zuzuhören oder Dinge einzuordnen. Alles muss überspitzt sein, alles muss maximal groß sein  und wer nicht das Ende ausruft, geht im Strom der Aufregung rasend schnell unter. Es bringt nichts, sich hinzustellen und sich darüber lustig zu machen; man kann nicht dagegen anreden und wer Fakten nennt, steht schnell im Ruf eines arroganten Besserwissers. Und so schwankt man zwischen Fakten und Träumen; zwischen Hoffen und Enttäuschung. Man möchte sofort private Server mit kompletten Features haben und man weiß, dass es das nicht sofort geben wird. Und dann regt man sich über Entscheidungen auf und versucht teilweise nicht einmal zu verstehen, warum die Entscheidung so getroffen wurde.

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I Believe

Es gibt die Momente, in denen man müde davon ist. Fast zehn Jahre als Chefredakteur oder Admin – man hat schon so viel gesehen, so viele Krisen überstanden,  so viele Probleme gehört und mehr lautstark ausgerufene Enden der Serie überstanden als man zählen konnte. Manchmal kommen dann Müdigkeit und  Zynismus und man fragt sich, warum man das noch alles macht und warum man sich das noch antut. Und dann zockt man eine Runde und erlebt die Dinge, die man nur in Battlefield erlebt. Man schreibt einen Text und man bekommt ein Lob oder ein Dankeschön. Man lädt Community-Member zum Podcast ein und erlebt, wie toll eine Diskussion doch sein kann, in der man miteinander offen spricht und wo nicht alles auf drei Zeilen zusammengepresst und zum wütenden Aufschrei transformiert werden muss. Man hat Spaß. Man sieht, wie das Vertrauen und Glaube allen Unkenrufen zum Trotz bestätigt werden. Und ich glaube, dass genau das so unglaublich wichtig ist, dass kein Bug oder Server-Feature auch nur ansatzweise in die gleiche Region kommt: Dass wir miteinander reden, einander zuhören und verstehen, warum wir die Dinge so sehen. Und dass wir dafür sorgen, dass Battlefield 1 besser wird und uns allen noch mehr Spaß macht.

Yes We Can

Man kann jetzt zynisch nachfragen, was der Sinn und Zweck dieses Textes eigentlich sein soll. Abgesehen von Anspielungen auf eine nicht näher zu nennende Wahl geht es vor allem um ein wichtiges Thema: Als Community wollen wir, dass Battlefield 1 trotz aller schon existierender Qualitäten noch besser wird und dass unser liebstes Hobby uns noch mehr Freude bereitet. Und wir alle haben die Chance, dafür zu sorgen, dass genau das passiert: Ganz entspannt Feedback geben, miteinander reden und nie vergessen, dass Entwickler auch Menschen sind, dass wir alle Battlefield mögen, dass wir wissen, worauf es ankommt und dass wir am Ende eine schöne Runde zocken wollen. Wir müssen nicht schreien, nicht übertreiben, uns dafür nicht an die Kehle gehen, wir müssen uns nicht hassen und wir müssen nicht das Ende ausrufen – es reicht, die Dinge beim Namen zu nennen und nie zu vergessen, worum es geht: Dass wir in Battlefield 1 so viel Spaß wie nur möglich haben und dass das Spiel noch besser wird. (Wozu auch private Server mit entsprechend umfassenden Features zwingend gehören.) Als Community wissen wir alle, was wichtig ist, ohne dass wir es mit der maximalen Holzhammermethode immer wieder und immer schriller wiederholen.

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SirUruk
Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

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