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Mass Effect Andromenda – Preview: Ein echtes neues Mass Effect

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Animationen! Dragon Age: Inquisition im Weltraum! Der totale Flop! Wer sich vorsichtig in einigen Kommentarbereichen umgesehen hat, hat in den letzten Tagen den Eindruck bekommen können, dass Mass Effect Andromenda ein Titel wird, der nach fünf Jahren Entwicklungszeit eine ganz böse Bruchlandung hinlegen dürfte. Dann kamen die Trials von Origin und EA Access, viele sehr positive Berichte von Spielern und auch für uns schlug die Stunde der Wahrheit: Wird Hauptheld Ryder an den ikonischen Commander Shepard herankommen? Wie ist die neue Galaxie? Sind die Animationen wirklich so schlecht, wie behauptet wurde? Und was ist mit der Geschichte? Nach den ersten Missionen wagen wir uns an ein Fazit…

Fremde Weite

Die Vorgeschichte ist eigentlich ganz schnell erzählt: Irgendwann zwischen den Geschehnissen von Mass und Mass Effect 2 brechen diverse gigantische Raumschiffe voll mit Menschen, Turianern, Salarianern und Co. auf. Das Ziel: Die Andromedagalaxie und der Traum eines neuen Lebens – Vorkenntnisse aus der Original-Trilogie sind damit eigentlich nicht nötig. 600 Jahre später wachen wir in Gestalt von Scott oder Sarah Ryder aus dem Kyroschlaf auf und sind angekommen. Unsere sogenannte Arche Hyperion nähert sich einer sogenanten goldenen Welt, die vor dem Start als potentielle Heimat ausgewählt wurde. Doof ist nur, dass irgendwas ganz schief geht, der Planet ziemlich verwüstet ist und dass wir auch noch ohne Vorwarnung von wildfremden Aliens beschossen werden. Warum? Das ist eine der großen Fragen, die wir nicht beantworten können – EA und Origin Access stoppen den Fortschritt direkt vor dem Höhepunkt der zweiten Hauptmission. Bis dahin haben wir aber schon Entscheidungen getroffen, mit diversen Charakteren geredet, ein Raumschiff bekommen, Verluste zu beklagen gehabt, mehr oder weniger erfolgreich geflirtet und einen ersten Vorgeschmack der offeneren Umgebungen bekommen.

Man reiche uns Geschichten

Bereits vom ersten Schritt an lässt Biolware uns auch in der ersten Mission etwas von der Leine – wer will, erforscht eine Ruine und sucht nach ein paar Crewmitgliedern. Schon vor der Landung auf dem Planeten haben wir dazu schon diverse Dinge getan, die einfach nur Mass Effect sind: Wir haben mit jeder herumstehenden Person geredet, Datapads für Hintergrundinformationen gelesen und fühlen uns ein bisschen überwältigt. Das Gefühl, dass wir die Fremden sind und uns im Unbekannten befinden, wird großartig in Gesprächen und Zwischensequenzen herübergebracht; die Nervosität und die Unsicherheit aller Begleiter ist greifbar – am Ende sind das alle junge Leute, die ohne Vorwarnung vor ihrem größten Abentuer stehen. (Dass das neue Dialogsystem uns nun statt guter oder böser Antworten zwischen ironisch, herzlich, logisch und Co. wählen lässt, ist übrigens sehr cool.) Natürlich geht auf dem Planeten sehr viel schief und wir sind einige Gefechte später ohne Vorwarnung dafür verantwortlich, das Geschick der Kolonisten zu lenken und neue bewohnbare Planeten zu finden – weshalb wir uns der neue Pathfinder nennen dürfen. Das sehen verschiedene Leute eher ungern: Wir sind unerfahren, unsicher, haben fast keine Ahnung – Bioware lässt uns die Zweifel der anderen spüren. Und während einige Personen schnell Vertrauen haben und uns um Hilfe bitten, sind Skeptik bis Ablehnung bei anderen mit Händen greifbar.

Crank it up to 11

Die Änderungen am Kampfsystem haben wir zu dem Zeitpunkt übrigens schnell kapiert: Anstatt ein reiner Deckungsshooter wie Mass Effect2  oder 3 zu sein, der eine Handvoll Skills bietet, hat Bioware eine Tonne an Fähigkeiten ins Spiel geworfen. Wir haben deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten und verfügbare Skills – das RPG-System scheint um Welten tiefer zu sein als in den beiden letzten Serienteilen. Dazu kommt ein Jetpack für Sprünge, eine umfassende Waffenanpassung, Crafting und Mehr – Bioware hat deutlich mehr Dinge ins Spiel gepackt. Wie gut das funktioniert, werden wir in Zukunft sehen; wir können aber bereits bestätigen, dass die Kämpfe sich variabler und abwechslungsreicher spielen. Wer Lust hat, spielt Mass Effect Andromeda übrigens immer noch wie einen reinen Deckungsshooter. Spaß macht es allemal…

Lass uns etwas erforschen

Zu guter Letzt bleibt uns nur noch die Frage: Wie sehen Nebensmissionen und die Erforschung der Planeten aus? Die Antwort: Nebenmissionen wechseln zwischen wirklich abwechlungsreich inklusive guter Sequenzen und Geschichten zu ziemlich eintönig. Auch die Erforschung eines Planeten hat ihre Momente und kann Spaß machen; stellenweise brettert man aber im neuen und sich erfreulich gut steuernden Fahrzeug auch nur einfach zum nächsten Marker und ignoriert die diversen Nebenaufgaben. Sehr gut: Laut Bioware muss man keine Nebenaufgabe erledigen, um das Ende zu sehen – wer nach den Sammelaufgaben von Dragon Age: Inqusition mit Pflichtstempel dran noch ein Trauma hat, darf sich freuen. Lahme „Hol fünf Alienmägen“-Aufträge haben wir zum Glück auch noch nicht gefunden.

Coop macht Spaß

Wir haben auch den Coop-Modus gespielt und können sagen: Er macht Spaß. Wie in Mass Effect 3 schnappt man sich einen von diversen Charakteren und geht dann online mit bis zu drei Mitstreitern in den Kampf gegen stärker werdende Feindwellen und kleinen Aufgaben. Teamplay ist dabei Trumpf; Motivation gibt es über neue Waffen, Upgrades, neue Charaktere und Mehr. Schön: Man kann nach langer Zeit weitere Boni freischalten – wer lange einen Charakter spielt, wird dafür auch belohnt. Wir haben den Verdacht, dass man hier viel Zeit verbringen kann…

Botox versus wunderschön

Andromeda ist das zweite Bioware-Spiel, das die FrostBite-Engine nutzt. Das merkt man meistens: Effekte, Texturen und Details sind beeindruckend; kleine Details wie die vor den Raumschifffestern gerenderte und wechselnde Umgebung sind ebenso der Hammer wie die Zwischensequenzen. An zwei Stellen muss man Bioware aber etwas kritisieren: Die Laufanimationen sind teilweise etwas steif und der eine oder andere unwichtige Nebencharakter sieht sehr flach und teilweise gruselig aus. Auch einige Gesichtsanimationen wichtiger Charaktere sind manchmal sicher nicht astrein. Trotzdem: In Kombination mit der sonst sehr schicken Optik, der tollen englischen Sprachausgabe und dem Top-Sound kann man Bioware in technischer Hinsicht fast nichts vorwerfen. Die zwei oder drei schwachen Animationen kann man nach geraumer Zeit locker ignorieren.

Ein echtes Mass Effect

Mass Effect Andromeda ist Mass Effect bis zum Kern – und es ist mehr das originale Mass Effect als die zwei Nachfolger. Wie im ersten Abenteuer von Commander Shepard muss man sich in einer fremden Welt zurechtfinden, alles ist neu und unbekannt – das macht den Einstieg zwar manchmal etwas herausfordernd, vor gefühlt zehn Jahren hatten wir aber die gleiche Herausforderung. Noch können wir nur vermuten, wohin sich die Geschichte entwickelt – neben den anscheinend generell bösen Kettdeuten sich schon Konflikte, Probleme und spannende Nebengeschichten an. Auch die Charaktere scheinen mehr als nur etwas interessant zu sein, die gesamte Welt steckt voller Details, Leben und auch kleine Anspielungen auf die ersten Serienteile. Anders gesagt: Mass Effect Andromeda dürfte nach den Erfahrungen der ersten Stunden genau das werden, was man sich wünschen konnte. Und wenn man zwischen Lachen, Grinsen, Staunen und Co. mit seinen Mitstreiter redet, die ganzen kleinen Details sieht – schaut einfach nur einmal in das Crew-Quartier mit dem Board mit Kommentaren… – oder einen harten Kampf gegen Kett und Co. ausficht, dann kann man nur sagen: Die paar kleinen Animationsprobleme können uns egal sein. Denn das ist Mass Effect und es wird großartig.

Übrigens: Wir wissen nicht, was aus welchen Gründen in einigen Berichten steht. Dass niemand den jungen Ryder als Pythfinder in Frage stellt ist ebenso nicht korrekt wie die Behauptung, dass Mass Effect 2 bereits bessere Animationen gehabt hätte. Auch die Behauptung, dass die Dialoge nicht abwechslungsreich oder authentisch sind, können wir nicht bestätigen.

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