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Battlefield 1 – Meinungsmache: Miese Serversituation und mutloses Gejammer

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Fangen wir zum Artikelstart mit ganz offensichtlichen Dingen an, die wir alle schon im Schlaf rückwärts morsen können: Die Server-Situation in Battlefield 1 ist aktuell immer noch ziemlich jenseits von gut und böse – automatische Tools für Kicks, Bans und Limitierungen fehlen; es gibt nur einen Admin je Server, keine vergebbaren Rechte, keinen Passwortschutz und so weiter. Selbst selbstverständliche Dinge wie beliebig einstellbare Servergröße, Auto-Balancer, Obergrenzen für Waffen und Klassen oder zum Start benötigte Spieler fehlen aktuell; auch Quickmatch befördert im Moment niemanden auf private Custom Server. Man kann es nicht anders sagen als so: Die Situation ist für Server-Admins scheisse.

Geistersuche

Trotzdem gibt es auch jetzt Spieler und Fans, die eigene Server betreiben. Die auf dem Server aktiv sind, die Leute kicken und bannen, die dafür sorgen, dass Spieler eine gute Spielerfahrung haben. Und wenn man sich einfach mal auf einen entsprechenden Server begibt, hat man eine wirklich wunderbare Spielerfahrung – viele der Spieler arbeiten mehr als es sonst public der Standard ist zusammen, unfaire Spieler, Highpinger oder die an fünf Tagen auftauchenden zwei Cheater werden schnell gekickt und gebannt. Und wenn man sich ein paar Stunden dort herumgetrieben hat, dann vermisst man die ganzen fehlenden Server-Features nicht nur deutlich mehr, sondern fragt sich irgendwann auch eine ganz andere Frage: Warum machen wir nicht selber etwas? Wo ist der Geist der alten Battlefield-Community geblieben?

Früher war alles besser

Die Battlefield-Community stand einmal auch dafür, dass man auch gegen Widerstände und ohne offiziellen Support Dinge hinbekam. Die Moding-Tools für Battlefield 1942? Kamen von Fans und führten erst zu Desert Combat und dann zu Battlefield 2. Die Cinematic Tools für Battlefield 3 und jeden danach gekommenen Titel? Sind eine reine Fan-Entwicklung. Selbst Bad Company 2 und Battlefield 3 konnten mit Venice Unleashed verbessert werden – Netcode, Singleplayer-Levels für den Multiplayer und Co. beweisen, was die Community kann, obwohl das Projekt leider eingeschlafen ist. X Mods für Battlefield haben gezeigt, was möglich ist. Viel Community-Feedback zeigt immer wieder, was für ein Wissen und was für eine Begeisterung vorhanden sind. Und jetzt sitzen wir hier und jammern ernsthaft in den Comments darüber, wie scheisse doch alles ist, um danach brav und treudoof auf den Quickmatch-Button zu hämmern, während mit etwas Aufwand so viel mehr möglich wäre?

The Fucking Peptalk You’ve Always Wanted

Es gibt trotz aller Probleme und fehlenden Features eben doch private Server für Battlefield 1, auf denen Admins aktiv sind und wo man gepflegt mit einer Stammtruppe spielen kann. Es gibt die Leute, die sich die Mühe machen. Und wenn man etwas mehr darüber nachdenkt, kann man ein bisschen grumpy werden: Was genau hält die Fans davon ab, sich zu verabreden? Wo ist das Problem, dafür zu sorgen, dass zu dem Zeitpunkt ein Admin verfügbar ist? Warum vergeudet man seine Zeit, um in Foren zu hetzen und zu wüten (zwar vollkommen zu Recht, aber trotzdem…), anstatt etwas zu ändern? Zuletzt wurde für die Cinematic Tools ein Autokicker erstellt. Hat bisher irgend jemand versucht, damit etwas für Server zu machen? Wo bleibt das, was die Community mal anders gemacht hat? Stattdessen ertränkt man alles in einem Wortschwall zwischen Tränen und beißendem Sarkasmus, um dann entweder nicht zu spielen oder auf einen Quickmatch-Server zu gehen und dann über fehlendes Teamplay zu jammern.

Unfair But Fair

Natürlich ist dieser Text jetzt ziemlich unfair – an der aktuellen Situation rund um Server trägt einzig und allein DICE die Schuld. Aber gleichzeitig hat man immer wieder das Gefühl, dass mehr machbar wäre, wenn man es versuchen würde. Ja, das ist alles schwierig und nicht so einfach wie früher und generell total unnötig kompliziert, weil DICE die benötigten Features noch nicht geliefert hat. Aber wenn die Wahl ist, erst zu heulen und dann nicht zu spielen oder sich zentral zu verabreden und dann gemeinsam zu zocekn und Spaß zu haben, dann sollte man vielleicht die Tränen trocken, das Mimimi zurückfahren und sich auf eine der verdammten Stärken der Community besinnen: Nicht heulen, sondern machen – schlimmer wird es so oder so nicht mehr kommen. Viel braucht man in dem Fall sowieso nicht: Einen Twitter-Account oder eine Facebook-Gruppe, einen Server mit einem aktiven Admin und vielleicht Support von Youtubern oder Websites, die die gute Nachricht weiter verbreiten und schon kann es losgehen. Das ist eigentlich gar nicht so viel…

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