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Battlefield 1 – Inhouse: Mehrere Seiten, Balance & Casual ist kein Argument

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Es ist Frühling, Battlefield 1 wird langsam aber sicher immer besser (und wir mussten keinen Horrorstart voller Bugs überleben) und eigentlich könnte man also ganz glücklich sein. Weil die Battlefield-Community aber niemals wirklich glücklich ist sieht die Situation ganz anders aus: Es wird geschimpft, eine Untergangsvorhersage jagt die nächste (Reminder: Bereits im Frühling sollte Battlefield 1 tot sein und nicht über 200.000 zeitgleich aktive Spieler haben…) und generell ist Battlefield 1 nach einem Blick in die Foren gefühlt nur noch einen ganz kleinen Schritt davor, anspruchsloser als Hello Kitty zu werden. Als in Ehre ergraute Community-Veteranen ist das für uns das Stichwort, ein paar Dinge zurechtzurücken und vor allem darum zu bitten, etwas sachlicher mit der Thematik umzugehen.

#TearParty

Die vielleicht wichtigste Regel in der Spieleentwicklung lautet: Jede Änderung hat einen Kontext. Jede Neuerung, jede Balanceanpassung, jedes noch so kleines bisschen Balancegeschwurbel von 3 Prozent mehr Drag hat einen Hintergrund. Und es gibt schlicht und ergreifend viel zu oft kein richtig oder falsch – es gibt nur verschiedene Lösungen, zwischen denen die Devs abwägen müssen. Und mit jeder Änderung oder dem Ausbleiben dieser Änderung wird es mindestens eine Person geben, die damit unglücklich ist, während jemand anders feiert. So läuft das immer – und Battlefield mit seiner über unglaubliche 15 Jahre gewachsenen Community (!) hat es diesbezüglich noch einmal etwas schwerer. Ein unglaublich primitives Beispiel: Die einen Leute zocken lieber Hardcore, die anderen das normale Preset. Jeder hat Spaß, jeder erlebt das Match so, wie er oder sie es sich wünscht – so soll das sein. Wenn wir uns jetzt vorstellen würden, dass DICE nur eine von beiden Varianten anbieten würde, dann wäre gefühlt die Häflte der Spielerschaft todtraurig. Meistens kann man aber dummerweise keine zweite oder dritte oer zehnte Variante einbauen – Gunplay, Fahrzeuge, Modi und Co. funktionieren für alle gleich. Und darum brennt gerne mal der Baum.

#NewRule: Never that simple

Wenn man mit irgendeiner Änderung unglücklich ist, dann ist die Versuchung oft mehr als nur etwas groß, die Änderung in einem Aufwasch plattzumachen. (Und warum auch nicht? Emotionen und Co. gehören ja auch dazu.) In der Battlefield-Welt gibt es dafür ein Wort: „Casual“ ist der Hitler-Vergleich aus Politikforen, das „Der Schiri ist Schuld!“ vom Fußballstammtisch und das „Deine Mudda!“ vom Pausenhof für Battlefield. Niemand will der noobige, Casual-Depp sein, der von EA und DICE „gemolken“ wird. Wirkliche Argumente sind dabei oft unnötig – und selbst wenn man Argumente sammelt, dann am liebsten für die eigene Ansicht. Das Problem ist natürlich nur die oben genannte Faustregel: Es gibt immer mindestens zwei Sichtweisen und es gibt für alles Gründe – und wenn die einzige Erklärung „ALLES MUSS CASUAL WERDEN!“ ist, dann hat man mit ungefähr 100prozentiger Wahrscheinlichkeit immer Unrecht. Die erste und lebenswichtige Regel ist als: „Das ist casual!“ ist kein Argument und absolut nichts, was man mehr als ein Mal im Zustand höchster Erregung direkt vor dem Herzinfarkt schreiben soll.

#Strafing

Nehmen wir die aktuell zum Thema Strafing stattfindenende Diskussion: Weil man sehr schnell von links nach rechts und zurück laufen kann und es darum sehr schwer werden kann, einen entsprechenden Spieler zu erschießen, wünschen sich viele Spieler eine Änderung. Auf der anderen Seite sitzen andere Spieler, die mit einer potentiellen Änderungen sehr unglücklich wären. Verstehen kann man als neutraler Beobachter beide Seiten, wenn man sich die Diskussion zum Strafing anschaut: Schnelle seitliche Richtungswechsel benachteiligen Spieler ohne Automatikwaffen deutlich, sie sind oft nervig, mit Taktik hat das wenig zu tun und es wirkt stellenweise unfreiwillig komisch. Auf der anderen Seite kann man argumentieren, dass man durch eine gute Korrdination aus Movement und Beschuss in schwierigen Situationen überleben kann, dass eine entsprechende Koordination aus Movement und Zielen das Spiel etwas schwieriger gestaltet und dass die potentiellen Änderungen wie eine geringere Beschleunigung das Spiel schwerfälliger machen, was dann das Movement entwertet. Und keine Seite hat Unrecht – sie sehen nur andere Dinge als wichtig an. Vielleicht wäre ein drastisch erhöhter Spread beim Strafing eine gute Lösung, damit man zumindest nicht bei Fights auf 50 Meter Entfernung wie besessen die Richtung wechselt? (Aber dann ist echter Aim unwichtig, weil alles zufällig wird. Und das mögen wieder andere Spieler nicht.)

#Numbers and #Feelings

Bis hierhin ist die Situation schon mies genug – am Ende gibt es ja oft genug einfach kein richtig und falsch, sondern nur verschiedene Lösungen, die verschiedene Spielergruppen sehr glücklich oder sehr wütend machen. Leider wird es oft noch schlimmer: Gefühlte Wahrheiten prallen schnell auf Fakten, was dann endgültig zum Zusammenbruch von allem führt. Wenn man mit „Schau dir die Zahlen an – so siehts aus und fertig“ nicht mehr kontern kann, dann bricht gefühlt alles zusammen – eigentlich zumindest. Dummerweise macht es ab und an sogar recht viel Sinn, über Gefühle zu reden: Zahlentechnisch war die M16A3 in Battlefield 3 zu einfach zu benutzen und für den geringen Anspruch zu gut; die Automatico in Battlefield 1 ist zahlentechnisch fair ausbalanciert. Trotzdem fühlt sich jeder Tod durch sie wie ein Schlag ins Gesicht und einfach unfair an, während das Ableben durch die M16A3 ganz ertäglich war. Ihr seht schon: Das ist alles nicht ganz so leicht.

We need to talk

Liebe Community: Wir müssen reden. Wir wollen dabei nicht über casual und hardcore sprechen, wir wollen uns nicht in Gruppen und Fraktionen einteilen, nur weil jemand etwas anders sieht. Aber wir möchten über Inhalte sprechen. Genau das passiert aktuell viel zu selten, weil Dinge nicht beim Namen genannt werden, weil nicht über die tatsächlichen Gründe gesprochen wird und stattdessen ein Dogma oder Credo im Raum steht, das bedingungslos verteidigt wird, während man sich immer weiter zerfleischt. (Faustregel: „Casual“ ist kein Argument!) Wenn DICE im Community Test Environment Feedback braucht, dann bedeutet das, dass Argumente gebraucht werden. Wenn hier disktuiert wird, dann tut bitte genau das – doofe Vergleiche, Untergangsprophezeiungen und Gerede über die „Casualisierung“ helfen nicht. Und ganz egal, ob ihr etwas mögt oder nicht – es gibt immer etwas, was dafür und was dagegen spricht, wenn nicht gerade ein Bug oder ein technisches Problem gefixt wird. Es geht nicht um casual, hardcore oder sonst etwas – es geht darum, was im Kontext von Battlefield 1 mehr Sinn macht, das Spiel am Ende besser macht und womit die meisten Spieler am Ende leben können. Kompromisse müssen leider genau so sein wie die eine oder andere Änderung, die man in der Form nicht so gern gesehen hätte…

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

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