Menu

Star Wars Battlefront 2 – Beta-Review: Die Macht ist mit diesem Battlefront

Anzeige

Vor zwei Jahren hat der erste Gehversuch von DICE mit Star Wars Battlefront für nicht wenig Kritik gesorgt: Obwohl das Spiel an sich Spaß machte, sah vieles nach einem Arcade-Titel mit Pickups aus und auch sonst hakte es oft an vielen Fronten – zum Launch gab es wenig Inhalte, die Motivation ließ recht schnell nach und viele Designentscheidungen (Fahrzeuge und Helden nur als Pickups! Die Steuerung der Raumschiffe! Der Lockon der Raumschiffe! Die sehr einfach zu nutzenden Waffen!) stießen auf Unverständnis. Die Message von DICE und EA ist seitdem schlicht und ergreifend: Wir haben euch und eure Kritik gehört und machen jetzt alles besser. Die bis Montagabend laufende Open Beta von Star Wars Battlefront 2 war jetzt der erste Härtetest, ob die Entwickler ihre vollmundigen Versprechungen wahr machen können oder ob uns abseits des großen Namen im November nur ein mäßig gutes Spiel erwartet. Wir sind in Starfighter gestiegen, haben die Macht der dunklen Seite in uns gespürt und haben Schlachten in drei Äras geschlagen, um euch eine erste Einschätzung in unserem große Beta-Review von Star Wars Battlefront 2 geben zu können.

Das ist der Content den ihr sucht

Vielleicht kann man verdeutlichen, was Battlefront 2 im Vergleich zum Vorgänger ist, wenn wir uns exemplarisch den ganz großen Modus anschauen: In Battlefront war das Walker Assault; in Battlefront 2 ist es Galactic Assault. In beiden Modi geht es um Abschnitte und das Vorrücken eines Teams gegen Verteidiger und beide Modi unterstützen bis zu 48 Mann. Aber wo es in Battlefront von 2005 insgesamt vier Maps mit Walker Assault auf vier Planeten zum Launch gibt, stecken in Battlefront 2 zum Launch elf Maps auf elf Planeten und über drei Äras mit Galactic Assault. Und Battlefront 2 wird neue Helden, Planeten und Modi kostenlos mitbringen, während der Vorgänger auf einen Season Pass setzt. Oder ganz extrem gesagt: Bereits in der Beta von Battlefront 2 stecken mehr Waffen und Fahrzeuge als der Vorgänger zum Launch mitbrachte. Rein mengentechnisch schöpft DICE also aus dem Vollen – alle Äras, alle Fraktionen, optische Details bis zum Umfallen (Habt ihr die verwirbelnden Blätter auf Theed gesehen? Die Explosionen? Den Funkenflug? Holy shit…) und Fanservice bis zum Abwinken dürften dafür sorgen, dass Battlefront 2 rein was die Inhalte angeht lange Zeit nicht langweilig wird.

Emotion und Schönheit

Beim Korrekturlesen dieses Textes ist uns aufgefallen, dass wir ein bisschen zu wenig auf Emotionalität, Schönheit und den Wow-Faktor eingegangen sind. Also machen wir das doch besser hier und jetzt: Battlefront 2 sieht – die nicht oder nur minimal nachbearbeiteten Screenshots im Artikel seien Zeuge – umwerfend aus. Aber das meinen wir damit nicht einmal: Wir meinen die kleinen Intro- und Outrofilmchen, die je Modus und Fraktion das Match, die Ziele und zum Schlus das Ergebnis und die Konsequenzen von Sieg oder Niederlage vorstellen. Wir meinen die Laubhaufen auf Theed, die im Wind verwehen. Es geht uns um den Funkenflug, wenn Blasterfeuer eine Wand trifft. Wir wollen diesen Moment herausstellen, wenn man in Slave One losfliegt und grüne Laser durch den schwarzen Himmer zucken. Uns geht es um das kleine Detail, wenn Darth Maul mit seinem roten Lichtschwer losrennt und sich die Reflexionen in den Stormtrooper-Uniformen spiegeln. Das erste Mal, wenn man auf Theed loslegt, und Zivillisten schreien wegrennen. Wir meinen die Musik in epischen Momenten, die Rufe der Kämpfer, das „Roger Roger“ der Droiden, das Heulen der Tie-Fighter, das Dröhnen einer Bombe, den Lichtblitz einer Granate und wie all das zu einem kleinen und nahezu perfekten Wunderwerk wird, das jeden Star Wars Fan einfach nur begeistert.

Ein bisschen mehr Anspruch auf dem Boden

Zum Start in Strike oder Galactic Assault wählt man zuerst eine von vier Klassen, die mit eigenen Waffen und Fähigkeiten ankommen, von denen man jeweils drei einpacken kann und die wie im Vorgänger mit Cooldowns ausgestattet sind – Granaten werfen, den Blaster als Minigun benutzen oder eine mächtige Schrotflinte im Nahkampf nutzen sind Beispiele für die Starcards, die einen ganz fair ausbalancierten Eindruck machen. Im nackten Kampf Mann gegen Mann (oder Android oder Wookie) ist Battlefront 2 dann schnell gefühlt wieder Battlefront. Die First oder Third Person kann beliebig gewählt werden und die Kamera kann beliebig rechts oder links hinter dem Spieler herfliegen, während man lossprintet, -springt oder -läuft und das geliebte Hinlegen fällt mal wieder flach. Auch beim Waffenhandling gibt es auf den ersten Blick nur wenig Neuerungen – Spread und Deviation sorgen dafür, dass die meisten Knarren eine maximale Distanz haben, auf die man sie effektiv benutzen kann. Im Detail fallen dann aber schnell Änderungen auf: Wer zoomt, hat genauere Waffen, das Wegfallen der Pickups sorgt für ein realistischer wirkendes Spielgefühl, man muss die Waffen regelmäßig auskühlen lassen und das Gunplay wirkt ein bisschen anspruchsvoller. Battlefront 2 erfindet das Shooter-Rad sicher nicht neu oder sorgt für wirklich anspruchsvolles Gameplay auf einem Level von Battlefield; die Neuerungen und Änderungen sorgen aber dafür, dass man ein deutlich runderes Spielerlebnis bekommt, das uns auch etwas mehr als im Vorgänger fordert. Einige kleine Balance-Themen mit Waffen und Starcards werden wir übrigens nicht thematisieren – die Devs haben bereits angekündigt, diverse Balancemacken zu beheben.

Teamziele und wenig Teamplay

Auch die beiden Infanterie-Modi machen auf uns einen guten Eindruck: Auf Galactic Assault gibt es Massenschlachten mit jeweils einem klaren Ziel pro Abschnitt – einen massiven Transporter beschützen oder sprengen, Sprengsätze scharfmachen oder einen Kontrollpunkt erobern – und im für 16 Mann konzipierten Strike müssen wir als Angreifer ein Artefakt stehlen und es zur Abholzone bringen. Einerseits sind die Modi also voll auf Teamplay ausgelegt und auch die Klassen bieten Möglichkeiten dazu; auf der anderen Seite hat DICE vergessen, wirkliche Möglichkeiten zum Zusammenarbeiten einzubauen. Feinde spotten oder einfach nur um Hilfe rufen ist nicht drin; der Offizier und der Specialist mit ihren Gadgets zum Spotten oder Buffen von Mitstreitern können das zwar tun, müssen es aber nicht und bekommen auch nicht nicht viele Punkte dafür. Dazu gibt es aktuell weder einen Squad-Spawn noch Squads – Battlefront 2 schmeisst uns beim Respawn zwar immer wieder mit einer Spielergruppe zusammen, was uns beim Zusammenbleiben Boni und Punkte bringt, aber uns eher an Flöhehüten mit suizidgefährdeten, betrunkenen und unkoordiniert herumwuselnden Flöhen erinnert. Anders gesagt: In Bezug auf Teamplay und Zusammenarbeit lässt DICE sehr viel Potential ungenutzt.

Sith-Krieger sucht Box

Um bessere Ausrüstung zu bekommen muss man in Battlefront 2 Boxen öffnen. In der Beta bekam jede Klasse eine zweite freischaltbare Waffe, die dazu mit Mods aufgemotzt werden konnte, wenn man genug Crafting-Material hat oder wenn man sie aus einer Box zieht. Wer neue Starcards, die es jetzt in vier Seltenheitsgraden gibt, was Einfluss auf Cooldownss, Effekte und Boni haben will, muss Boxen öffnen; wer neue Waffen will, öffnet Boxen und wer neue Emotes will, öffnet auch Boxen. Und wer Starcards verbessern, Waffen oder Waffen-Mods craften will, öffnet auch Boxen, weil es nur dort die benötigten Crafting-Materialien gibt. Das ist an sich nicht schlecht: Boxen gibt es für Rangaufstiege und erfüllte Challenges; dazu kann man sie auch für erspielte Credits kaufen. Uns stört nur, dass es zufällige Inhalte sind – zufällig generierte Inhalte sind immer ein Rezept für Frust. Generell haben wir in der Beta nie Probleme gehabt, unsere Soldaten, Helden und Starfighter sinnvoll aufzumotzen; ein paar Details stören uns aber trotzdem: Warum wir den Server verlassen müssen, um neue Boxen zu öffnene, könenn wir nicht verstehen und manche der erhaltenen Inhalte sind dann doch etwas zu enttäuschend. Wir sehen hier zwar weder große Balanceprobleme noch Pay to Win noch irgend etwas auf uns zukommen – es sieht nur so aus, dass das sonst großartig ausgebaute und erweiterte System rund um Waffen, Starcards und Anpassungen durch zufällige Drops in den Boxen für etwas Frust sorgen kann.

Gute Leute werden belohnt

Zumindest spielen sich die Gefechte trotz des fehlenden Teamplays einfach nur flüssig, motivierend und spaßig. Fast noch motivierender sind die Spezialisten, Fahrzeuge und Helden, die wir je nach Modi für gute Leistungen herbeirufen – jeder erspielte Erfahrungspunkt kommt als Battlepoint auf unser Konto, aus dem wir uns nach einiger Zeit Wookie-Krieger, Darth Maul oder meinetwegen einen Panzer holen dürfen. Die bringen natürlich wieder eigene Besonderheiten mit, womit wir wieder bei den Skill sind. Im Vergleich zum Vorgänger spielen sich all diese Dinge flüssiger, fairer und spaßiger: Selbst Helden sind keine nahezu unverwundbaren Monster, können sich aber auch heilen und erfordern damit etwas mehr Überlegung – als wir mit Darth Maul einfach mal mitten ins Feuer gerannt sind, waren wir in Rekordzeit tot und etwas fassungslos. Wer überlegt vorgeht sowie seine Fähigkeiten und Boni klug nutzt wird aber viel Feude haben. Fast noch besser als die überarbeitete Mechaniken sind übrigens der epische Auftritt und die Atmosphäre.

Die epischsten Raumschlachten

Wer sich bis hierhin gefragt hat, wo wir die Raumschlachten hinverfrachtet haben und warum wir darüber nicht schreiben, darf sich beruhigen: Wir verschweigen hier nicht schamvoll einen drangeflanschten Modus, sondern haben uns den besten Beta-Inhalt bis zum Ende aufgehoben – DICE und die für X-Wings, A-Wings, Slave One und Co,. verantwortlichen Rennspielprofis von Criterion Games haben hier ein kleines Meisterwerk abgeliefert. Das Konzept ist eigentlich wieder ganz einfach: Drei Abschnitte mit dem Imperium in der Defensive und den Rebellen in der Offensive, ein paar klar gekennzeichneten Zielen zum Zerstören und Beschädigen und drei Fighter-Klassen je Team sind zwar eine korrekte, aber doch absolut unzureichende Zusammenfassung der epischen Gefechte. Die Steuerung wurde deutlich aufgemotzt und ist nun deutlich freier – Loopings, sich um die Längsachse drehen und sonstig Manöver sind nun möglich. Absurde Vereinfachungen des Vorgängers wie automatischer Lockon an nahe Starfighter sind auch weg – man muss selber zielen; bekommt aber zumindest eine Anzeige, wohin man vorhalten muss. Rund um Fondor zu kämpfen ist auf jeden Fall episch: Man jagt durch Innebereiche, versteckt sich hinter Stationsteilen oder konzentriert sich darauf, automatische Geschütze auszuschalten. Die Dogfights sind dabei schnell, frenetisch und episch; die Atmosphäre ist der Hammer und das Gameplay mit den komplett überarbeiteten Flugmodellen begeistert einfach nur – Criterion und DICE ahben hier ein kleines Meisterwerk abgeliefert, das es in dieser Form und optischen Pracht nirgendwo gibt.

Der optische Overkill

Was schreibt man zur Technik von Battlefront 2? Schaut euch diese Screenshots an; schaut euch Streams, Gameplay und Trailer an. Battlefront 2 sieht so gut, dass man es für den Film halten könnte. Die FrostBite-Engine zeigt sich übrigens sehr gut optimiert – auch ältere Systeme genießen tolle Optik und eine gute und vor allem stabile Framerate. Mit Ausnahme einiger weniger für eine Beta nicht ungewöhnlicher Bugs kann man dem neuen „Star Wars“-Shooter nichts vorwerfen: Die Optik ist der Hammer, die Animationen sind top, der Sound ist episch und selbst der Soundtrack und die Voiceover sind großartig. Einzig das Fehlen von zerstörbaren Umgebungen kann man Battlefront 2 ankreiden.

Star Wars Battlefront 2 – Beta-Fazit: Die Macht ist mit diesem Battlefront

Fangen wir mit der ersten und recht offensichtlichen Beobachtung an: Star Wars Battlefront 2 ist wieder kein Battlefield, sondern ein spaßiger, launiger und dieses Mal auch verdammt großer Shooter. Wer die ganz große Taktik, massiven Anspruch oder Realismus erwartet, kann, soll und muss auch das neue Battlefront links liegen lassen. Wenn man davon absieht – was niemals in keiner noch so abgedrehten Welt, Galaxie oder in irgendeinem Artikel als Kritikpunkt zu werten ist… – dann sieht der zweite Anlauf von DICE mit Star Wars Battlefront 2 nach einem verdammt erfolgreichen und runden Titel aus. Alle Versprechen nach der Krik am Battlefront von 2015 wurden Stand heute voll und ganz gehalten: Es gibt deutlich mehr Inhalte, alle drei Äras, echte Raumschlachten, Klassen und mehr Variablität beim Gameplay und auch bei den Starcards. Durch die Battlepoints haben gute Spieler mehr Möglichkeiten und werden mit mächtigen – aber eben nicht übermächtigen – Spezialisten, Fahrzeugen und Helden belohnt. Wenn man Kritik auspacken will, dann muss man sehr genau hinschauen: Die Lootboxen finden wir enttäuschend, ohne dass es echte Probleme gibt – zufällige Belohnungen feiern wir einfach nicht. Das Fehlen von ein paar Optionen für Teamplay – beispielsweise echte Squads – ist schade. Und im Detail findet man in der Beta sicher noch die eine oder andereBalance-Macke. Dem gegenüber steht ein Titel, der durch die Bank all die Dinge nahezu perfekt hinbekommt, die er machen will: Großartige „Star Wars“-Schlachten bieten, mit atemberaubender Atmosphäre punkten und dabei ein spielerisch und inhaltlich deutlich größeres, umfassenderes und interessanteres Spiel als der Vorgänger abliefern. Star Wars Battlefront 2 ist weder besonders anspruchsvoll noch besonders schwierig zu spielen, aber es ist ein verdammt gutes, großes, spaßiges und beeindruckendes Spiel, das uns ab November für viele Stunden begeistern wird. Und wir sind in Starfighter Assault verliebt.

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

SUPPORT US

Bitcoin: 1AwYAaPwTfVmzvM5LNo5RHKs9EybsLrB4X

TS3 Server