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Battlefield Hardline – EA schließt Entwickler Visceral Games & Wir trauern

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Eigentlich hätten wir heute noch ein paar Nachrichtenbrocken zusammengesucht, daraus eine kleine Nachricht gezimmert und hätten dann darauf gewartet, dass irgend etwas Großes passiert. (Und dass Dortmund endlich mal gut spielt.) Daraus wird leider nichts: Wie EA heute in einem Statement bekanntgegeben  hat, wurde Visceral Games soeben geschlossen. Als Grund wird genannt, dass man den neuen und seit 2015 in Entwicklung befindlichen „Star Wars“-Titel umbauen und neu ausrichten wolle – anstatt eines linearen Action-Titels soll es mehr Möglichkeiten und Freiheiten geben. Für uns ist das aber um so viel schlimmer als für Fans, die einfach ein neues „Star Wars“-Spiel wollen und jetzt etwas länger warten müssen: Die Entwickler von Battlefield Hardline waren sympathische und offene Entwickler, die tolle Spiele bauten und immer für eine Überraschung gut waren. Und darum gibt es jetzt einen Nachruf und ganz viele (traurige) Emotionen. Und ein Bild mit Grabstein.

Wenn wir ehrlich sind, dann hat Visceral Games eigentlich niemals ein wirklich perfektes Spiel erschaffen. (Das ist für einen Nachruf zwar vielleicht gemein, aber eben doch die Wahrheit und zweitens genau so wenig perfekt wie die Spiele eben waren.) Seit 1998 hat das Studio knapp 15 Titel veröffentlicht – unter den Titeln finden sich diverse „James Bond“-Titel, ein „Die Simpsons“-Spiel, zwei Mal „Der Pate“ und dann in den letzten Jahren vor allem Dead Space, Dante’s Inferno und zu guter Letzt natürlich Battlefield Hardline. Keines dieser Spiele ist von Fans so wie ein Half Life oder ein Bioshock bewundert geworden; gespielt – und oftmals auch gefeiert – wurden sie aber trotzdem. Es war einfach die Einstellung der Entwickler, die neue Ideen hatten, die Gewalt und Action in den Mittelpunkt stellten und sich nicht zu schade dafür waren, manchmal zu übertreiben, wirklich platt zu sein, mit Blut oder Explosionen um sich zu werfen oder geschmacklos zu sein. Und genau das machte den Reiz aller Spiele von Visceral Games aus.

Dead Space brachte beispielsweise neues Leben in die Horrorspielwelt und sorgte dafür, dass wir uns in die Hosen machten. (Und wir konnten dabei zuschauen, wie Monster uns immer wieder in Einzelteile hackten. Oder wie wir uns mit einem medizinischen Gerät selbst umbrachten.) Überhaupt war überzogene Gewalt immer ein Markenzeichen der Devs, das perfekt in die Spiele passte – erinnert ihr euch noch an die widerwärtigen Monster von Dante’s Inferno und wie man sich bereits zu Spielstart ein Kreuz in die Brust schneidet? Visceral Games war laut, unangepasst und machte immer wieder Dinge, die man nicht erwartet hat – die Easter-Egg-Animationen in Battlefield Hardline, wo man beim Spotten plötzlich den Mittelfinger zeigte, fällt uns zum Beispiel ein. Damit setzten sie Trends, änderten Erwartungshaltungen und haben dafür gesorgt, dass ihre Spiele einzigartig waren.

Auch Battlefield-Fans haben Visceral Games viel zu verdanken: Motorräder gibt es nur dank dem kalifornischen Studio seit Battlefield 3, der Spectator-Modus für Battlefield 4 entstand dort, der neue und rundum verbesserte Netcode wurde auch dort entwickelt und selbst wenn Battlefield-Snobs über das abgedrehte und überdrehte Battlefield Hardline lästern, wollen wir doch ganz klar sagen: Der Support war top – teilweise wurden 10 oder mehr Waffen einfach verschenkt – und Spaß hat es eben auch mehr als genug gemacht. Dazu kommen die tollen Infanterie-Fights, die uns so viel Spaß gemacht haben und uns immer noch Spaß machen. Und all die Verbesserungen im Singleplayer, die man auch in Battlefield 1 sehen kann, verdanken wir auch den Visceral-Devs.

Visceral Games war immer mein heimliches Lieblingsstudio: Die Entwickler bauten tolle Spiele, waren kreativ, hatten neue Ideen und zeigten eigentlich niemals Angst, es sich auch mal mit der Community zu verscherzen. Dantes Göttliche Komödie in ein Actionspiel im Stile eines God of War verwandeln und ganz nebenbei noch einen Fake-Protest von angeblich erzürnten Christen inszenieren? Klar! Battlefield mit einem „Cops versus Robbers“-Setting auf links drehen? Warum nicht! Zwei Hauptcharaktere Alpha und Bravo nennen und dann eine so klischeehafte Geschichte aus dem Actionfilm-Lehrbuch rundherum stricken, dass sich zum Schluss selbst die Hauptcharaktere über den Twist lustig machen? Unbedingt!

Jetzt ist die Studiogeschichte vorbei und Visceral Games ist Geschichte. Das war es also – Licht aus, Vorhang runter und so weiter und so fort. Natürlich werden jetzt die üblichen Kommentare auftauchen: EA schließt einfach immer Studios und ist seelenlos, die Devs habe es verdient, weil Hardline doch „voll kackkeeee!11111!“ war (falls ihr das schreiben wollt: #Fuckyou) und was es sonst noch an Floskeln gibt. Wir können und wollen nichts dergleichen sagen, schreiben oder denken und belassen es bei diesen Zeilen: Danke Visceral für die tollen Spiele (und besonders Battlefield Hardline). Danke an die Devs, die mit uns gelacht, geflucht und gezockt haben. Danke für die tolle Zeit und viel Glück euch allen. Es war auf jeden Fall geil. #RIP Visceral

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

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