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Battlefield 1 – Report: Die Perks gehen in die falsche Richtung

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Ab Morgen kann man im Battlefield 1 Community Test Environment nicht nur erstmals den neuen Zerstörer, Balance-Änderungen, zwei kommende DLC-Maps und Bugfixes, sondern auch diverse neue Perks testen. Obwohl wir es sehr gut finden, dass mit den im Spätsommer eingeführten Perks mehr Vielfalt im Multiplayer verfügbar ist und dass es neue Dinge zum Freischalten gibt, waren wir von der Umsetzung nie so ganz begeistert. Mit fünf der nun neu kommenden Perks sind wir jetzt definitiv nicht einverstanden, weil sie das Spiel komplett unlesbar machen – und fünf von insgesamt zwölf Perks ist auf jeden Fall keine gute Quote. Die Übeltäter findet ihr genau hier; eine Übersicht über alle Dezember-Perks gibt es hier

  • Medic – Aura: Das Medkit muss nicht platziert werden, um Mitstreiter zu heilen – der Medic fungiert quasi als wandelndes Medkit. Der Effekt wird durch Suppression gestoppt.
  • Medic – Reciprocity: Wer einen Mitstreiter heilt, wird dadurch automatisch auch selbst geheilt.
  • Support – Mobile Arsenal: Die Ammobox muss nicht platziert werden, um Mitstreiter mit Munition zu versorgen – der Support fungiert quasi als wandelndes Ammobox. Der Effekt wird durch Suppression gestoppt.
  • Scout – Ripple: Headshots mit Scharfschützengewehren decken nahe Feinde auf.
  • Scout – Deft Recon: Feinde in der Nähe werden regelmäßig auf der Minimap enthüllt.

 

Das richtige Problem

Das zentrale Problem durch all diese Perks ist nicht, dass dadurch weniger Skill im Spiel nötig wäre oder dass Battlefield 1 dadurch unverhältnismäßig vereinfacht wird. (Selbst wenn das Gejammer über die dadurch absinkende Skill-Ceiling sehr in Mode ist – es ist Bullshit, da Skill de facto nur bezeichnet, wie man mit den Gegebenheiten umgeht. Die neuen Perks und Änderungen – egal wie unrealistisch sie auch sind – ändern nichts am benötigten Skill, sondern sorgen ausschließlich dafür, dass man anders vorgehen muss oder dass spezifische Taktiken besser funktionieren.) Das Problem ist vielmehr, dass beispielsweisen die neuen Scout-Perks dafür sorgen, dass man ohne jedes eigene Verschulden markiert wird, weil ein Mitstreiter in unserer Nähe erledigt wurde oder weil ein Gegner einfach in unserer Nähe unterwegs ist. Medic Aura und Mobile Arsenal erinnern uns eher an Hero-Shooter oder Online-Rollenspiele und sorgen dafür auch noch ganz nebenbei dafür, dass gemeinsames Herumlaufen mehr belohnt wird als alles andere. Und Reciprocity vom Medic resultiert darin, dass man automatisch aus dem Nichts geheilt wird, weil man ein Medikit in 500 Metern Entfernung hingeworfen hat. Anders gesagt: Das Spiel wird schwerer zu lesen und es folgt nicht mehr den altbekannten und als Grundpfeiler fungierenden Regeln.

Und bessere Ideen

Selbst wenn man auf altbekannte Regeln und und die Lesbarkeit der Gefechte pfeift, bleibt ein viel wichtigerer Punkt zurück: Warum setzt man nicht auf Perks, die den Spielern im Rahmen der bestehenden Mechaniken mehr Möglichkeiten geben? Werfen wir einen Blick auf den Medic und was man ihm an Perks ausschließlich zum Heilen geben könnte…

  • Fast Healer: Das Medkit und das Medipack heilen Mitstreiter 50% schneller.
  • Double Trouble: Man kann doppelt so viele Medkits platzieren.
  • Yuge Bonus: Der Bereich, in dem man Spieler heilt, wird verdoppelt. (Das Yuge haben wir bewusst so geschrieben.)
  • Vampire: Feindliche Spieler im Einflussbereich eines Medkits werden vergiftet und nehmen Schaden.

 

Jedes dieser vier genannten Perks macht Sinn, weil der Fokus weiterhin auf dem Heilen mit den bekannten Grundregeln (Medkit oder Medipack auspacken und fertig) liegt. Gleichzeitig stellt jedes der vier Perks einen bestimmten Bonus in den Mittelpunkt und lässt Spielern die Wahl, was ihnen lieber ist – Reichweite, Geschwindigkeit und taktische Optionen wären die Beispiele. (Und klar: Das Vampire-Perk würde eine neue Gefahr erschaffen, die Optik- und Sound-Hinweise benötigen würde,  und würde es deshalb vielleicht nicht ins Spiel schaffen.) Auf diesem Weg hätte man die Wahl, worauf der Fokus liegt und wie man den Medic interpretieren möchte. All das würde sinnvoll im Rahmen der bestehenden Mechaniken funktionieren, ohne komplett neue und gegen zentrale Battlefield-Regeln verstoßende Elemente einzubauen.

Und das Freischalten

Prinzipiell ist es aktuell zu schwer, Perks in Battlefield 1 im Moment freizuschalten. Stellenweise muss man sich auf eine bestimmte Map in einem spezifischen Modus konzentrieren; der Fokus wandert dazu viel zu oft auf nicht zum normalen Match passende Sonderaufgaben. Anstatt einfach das normale Day-to-Day-Gameplay in den Mittelpunkt zu stellen, muss man plötzlich mit dafür ungeeigneten Waffen Kopfschüsse verteilen oder Feinde auf einer bestimmten Map mit Sprengfallen ausschalten. Das erklärte Ziel, die Spieler längerfristig zu beschäftigen und zu motivieren, wird damit oft nicht erreicht, weil viele Spieler die Perks lieber links liegen lassen und sich auf die von beginn an freigeschalteten Standardvarianten konzentrieren. Das alles ist zwar nicht dramatisch, aber am Ende vom Tag eines von mehreren Problemen, die die an sich tolle Einführung der Perks seit Beginn überschattet.

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

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