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Days of War – Early Access Preview: Dünn und schnell

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Letzte Woche haben wir darüber berichtet, dass mit Days of War der erste einer ganzen Reihe von Indie-Shootern mit Setting im Zweiten Weltkrieg auf Steam aufgetaucht und nun als „Early Access“-Version verfügbar ist. Für uns als ausgewiesene Shooter-Experten bedeutete das natürlich auch, dass wir uns den kleinen und feinen Shooter schnappen und die eine oder andere Testrunde auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs drehen mussten. Lest also, was wir für Erlebnisse gehabt haben, warum wir Days of War die Daumen drücken und für den Moment doch noch lieber ein paar andere Spiele zocken.

Dünn

Wer Days of War kauft, legt aktuell ganze 25 Euro hin.Dafür bekommt man zum aktuellen Stand vier Multiplayer-Maps, zwei Modi, neun Klassen, zwei Fraktionen und das war es auch schon. Klar: Early Access bedeutet, dass die Spiele nicht fertig sind und dass nach und nach weiterer Content veröffentlicht wird. Nach der über eine Million Dollar schweren Kickstarter-Kampagne ist der Preis angesichts des recht schlanken Umfangs trotzdem ziemlich krass. Zumindest haben die Entwickler dem Titel fraktionsspezifische Waffen spendiert, die vier Schlachtfelder unterscheiden sich optisch deutlich und man hat dafür gesorgt, dass alles ganz schick aussieht. Beim Drumherum kann man dann glücklicherweise auch nicht schimpfen: Ein Server-Browser und private Server sind schon verfügbar; in Zukunft sind Mapping- und Modding-Tools geplant. Trotzdem: Rein vom Content her ist Days of War aktuell ein dünnes Paket.

Sauschneller Tod

Wer sich nach einer kurzen Ladezeit auf einem der vier Schlachtfelder wiederfindet, fühlt sich zwar nicht optisch, aber dafür spielerisch in lange vergessene Zeiten eines Days of Defeat zurückversetzt: Man wählt seine Fraktion aus und hat dann die Wahl aus ganzen neun Klassen. Von denen sind einige unbegrenzt verfügbar; den mächtigen Scharfschützen oder Rocketeer dürfen pro Team aber nur eine begrenzte Menge Spieler nutzen. Nach dem Spawn geht es dann ans Eingemachte: Das Movement ist sehr direkt und schnell, Waffen sind extrem tödlich, Teambeschuss ist natürlich immer aktiviert und man wird die ersten paar Minuten die Radieschen eher von unten betrachten. Days of War ist ein wirklicher Schritt in die Vergangenheit: Regenerierende Lebenspunkte sucht man vergeblich, über hüfthohe Objekte sollte man besser nicht springen wollen und man ist immer schnell tot. Und wir meinen damit wirklich sauschnell: Ein Körpertreffer des Snipers – tot. Ein Körpertreffer mit dem halbautomatischen M1 (das jeder unbegrenzt nutzen darf) – tot. Einzig Automatikwaffen benötigen zwei oder drei Treffer; Kopfschüsse sind dafür waffenunabhängig gleich immer tödlich. Vorhalten ist dafür nirgendwo nötig – obwohl die Waffen sehr stark verziehen, kommt Hitscan zum Einsatz, womit man Flugzeit der Kugel, Bulletdrop und Co. irgnorieren kann. Einzig die sehr schnellen Bewegungen können einen mit etwas Glück vor einem schnellen Tod retten. Ach ja: Jede Klasse kann zumindest ein Mal pro Leben ein Medipack fallenlassen, das dann aufheben und sich um 50 Lebenspunkte heilen.

Zwei Varianten, ein Ergebnis

Wir notieren uns also: Man ist sehr schnell tot. In Kombination mit wirklich kleinen Maps ist das Ergebnis erst frustrierend und dann überraschend motivierend: Man arbeitet sich Meter um Meter voran, nutzt die begrenzte Ausrüstung – Rauchgranaten sind das höchste der Gefühle – und hofft, dass man nicht einem Scharfschützen ins Visier läuft oder dass sich hinter der Ecke ein LMG-Schütze versteckt, der nur im Liegen effektiv ist. (Was übrigens bewusst so designt wurde – im Stehen kann man ein LMG zwar abfeuern, schießt dann aber sauschnell an die Decke.) Unabhängig davon, welchen Modus man spielt, ändert sich das Gameplay generell nicht: In einer Domination-Variante  muss man Flaggen einnehmen und verteidigen, die andere Spielvariante erinnert an Rush, wo man vor Ablauf eines Counters Bomben scharfmachen und dann bis zur Explosion verteidigen muss. Spielerisch bleibt dabei alles beim Alten, obwohl man auf einer Map zumindest den Strand von Omaha Beach stürmt, während einem aus den Bunkern über dem Strand Kugeln entgegenfliegen. Einen Haufen Gadgets oder Optionen zum Teamplay sucht man vergebens.

Oldschool, Baby!

Man kann sich also definitiv in Days of War hereinfuchsen und echten Spaß haben. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass der Indie-Shooter nichts mit Shootern aus den letzten zehn Jahren zu tun hat, sondern sich auf gnadenlose Gefechte konzentriert. In Kombination mit dem tollen Sound, durch den man Feinde sehr sauber orten kann, ist das eine faszinierende Erfahrung, die einen aber sehr oft auch zur Weisglut treiben kann – wer in Battlefield über den Tod flucht, weil er irgendwo hängengeblieben ist, wird in Days of War sehr schnell einem verheerenden Herzinfarkt erliegen. Und wer auf Schauwerte hofft, sollte sich das trotz der sehr schönen Schnee-Map ansonsten lieber abschminken. Fies: Wo die im Kickstarter-Video gezeigten Zerstörungseffekte lauern haben wir ebenso wenig Informationen wie zu diversen weiteren Schlachtfeldern. Die Kulisse in Days of War ist aktuell genau so stabil wie in Day of Defeat und kennt nicht einmal Materialdurchschüsse. Und ob die Idee der Entwickler, anstatt bis zu 32 bis zu 100 Mann auf die Server zu lassen, eine gute Idee ist, wollen wir zumindest mal anzweifeln – aktuell sind die Schlachtfelder mit 32 Mann ziemlich am Limit. Oder anders gesagt: Days of War ist weit vom Potential entfernt und sicher noch nicht fertig.

Days of War – Preview-Fazit: Ein Gerüst für Hardcore-Fans

Days of War ist im Kern ein wirklich brutaler und altmodischer Oldschool-Shooter, der alles gut macht, was er gut machen will. Die Technik funktioniert und wer sich auf das Spielerlebnis einlässt, bekommt einen Titel im Stile von Day of Defeat in hübsch. Die Gefechte sind intensiv, schnell und setzen auf gute Map-Kenntnis, schnelle Reaktionen und eine Beherrschung des starken Rückstoßes. Gleichzeitig ist Days of War aktuell nicht mehr als ein Gerüst: Vier Schlachtfelder, zwei Fraktionen und zwei Modi sind für den Preis von 25 Euro grenzwertig. Die zwei großen Fragen, die man sich als Shooter-Fan jetzt stellen muss, lauten also: Wie schnell wird Driven Arts neue Inhalte – zwei Fraktionen, neue Modi, Maps und Modding-Tools sind geplant und wurden schon im Kickstarter-Video gezeigt – nachliefern? Und wie viel Spaß macht einem das Oldschool-Gameplay? Wir drücken den Devs die Daumen, dass Days of War schnell mehr Inhalte bekommt und schauen in Zukunft gerne mal wieder vorbei…

Disclaimer™: Wir haben von Entwickler Driven Arts eine Testversion zur Verfügung gestellt bekommen.

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