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Battlefield 1 – Preview: They Shall Not Pass – Frischer Wind oder mehr vom Alten?

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Wer Premium besitzt, wird in eineinhalb Wochen mit They Shall Not Pass endlich neues Futter für Battlefield 1 bekommen. Wer im Community Test Environment unterwegs ist, hat die Inhalte bereits seit fast zwei Wochen ausprobieren und auf Herz und Nieren testen können. Für uns ist so etwas das Stichwort, um ein kleines Preview zu verfassen, in dem wir die ganz wichtigen Dinge klären: Was steckt genau im DLC? Passt die Balance? Machen die Inhalte Spaß? Wie sieht es um die Abwechslung aus? Und bekommen wir wirklich neue Inhalte oder nur aufgewärmten Content, den wir schon in der einen oder anderen Form haben und kennen? Wir wünschen viel Spaß mit dem Preview…

Die Franzosen kommen!

Die Inhaltsliste von They Shall Not Pass liest sich vielversprechend: Frankreich kommt als neue Fraktion ins Spiel, es gibt vier neue Maps, den Frontlinienmodus, sechs frische Waffen, einen neuen Panzer, einen gigantischen neuen Panzer als Behemoth, ein neues schweres Artilleriegeschütz, zwei neue Operationen (eine mit Fahrzeug-Fokus, die andere mit Infanterie-Fokus), eine neue Eliteklasse sowie diverse neue Nahkampfwaffen und Auszeichnungen. Anders gesagt: Rein nurmerisch muss DICE sich nicht verstecken – wer einen Vergleich mit den DLCs von Battlefield 3 oder Battlefield 4 macht, sieht They Shall Not Pass allein mit der neuen Fraktion inklusive komplett neuer Sounds und Modelle bereits jetzt ein Stückchen weit vorne. Das heißt aber noch lange nicht, dass man nach dem Tests der meisten Inhalte – der Frontlinien-Modus, die neue Eliteklasse und das neue Artilleriegeschütz sowie die Verdun-Map standen nicht zur Verfügung… – unbedingt vor Begeisterung sprühen muss.

Offene Weite mit Wiedererkennungswert

Wenn man sich die drei neuen Schlachtfelder anschaut, dann sieht man zwei Mal verhältniswenig wenig unbedingt Brandneues: Soissons und Rupture sind mittelgroße Maps mit einem Mix aus Fahrzeug- und Infanteriegefechten. Natürlich gibt es schöne Details, neue Gebäude und ganz interessante Layouts – Soissons bietet Hügel, Felder und ein Dörchen inklusive einem Fluss, der bei Ausbruch des nach und nach alles verdunkelnden Gewitters deutlich mehr Wasser führt; Rupture bietet in der Abenddämmerung bis hin zur einsetzenden Dunkelheit eine absolute Idylle, während auf Feldern mit rotem Mohn gekämpft wird und die Gefechte an der zentralen Flagge direkt auf der großen Brücke über den Fluss eskalieren. Aber gleichzeitig sind Soissons und Rupture trotz der netten Ideen und Details wie der zerstörbaren Brücke keine komplett neuen Spielerfahrungen – es geht über Hügel, Häuser, Bunker und Mehr mal zu Fuß und mal im Fahrzeug gegeneinander ins Gefecht, ohne dass die beiden Maps wirklich komplett neue Dinge bieten würden. Das soll nicht bedeuten, dass Rupture oder Soissons schlechte Maps wären, dass man hier keinen Spaß haben würde oder dass es genau solche Maps in Battlefield 1 schon gibt: Die Maps sind neu, sie bieten neue Umgebungen und speziell Rupture mit seiner klaren Front am Fluss ist etwas, was man in der Form noch nicht gehabt hat. Trotzdem kann man vor allem aufgrund der recht vertrauten Lanschaften das Gefühl nicht abschütteln, dass hier vermutlich etwas mehr möglich gewesen wäre.

Im Fort und um das Fort herum metzeln

So etwas kann man bei der dritten und letzten im Community Test Environment spielbaren Map nicht sagen: Fort Vaux ist das düstere Kind von Operation Métro und Seine Crossing aus Battlefield 3. Während man sich im Operationen-Modus zum Fort hinaufkämpft, ist die Conquest-Version direkt im und um das Fort platziert. Es gibt sich windende Gänge, Hallen und Durchgänge, die ganz stark an Operation Métro und Operation Locker erinnern. Das Feeling, das die Map mehr ist, kommt neben dem Umstand, dass die Flaggen nicht linear hintereinander liegen, vor allem dadurch zustande, dass man neue Wege gehen kann: Man hat eigentlich immer eine Option, um einer Konfrontation an einem der Chokepoints aus dem Weg zu gehen – neben alternativen Routen kann man ganz wie bei Operation Locker auch außen herumlaufen. Das Ergebnis ist einfach zu beschreiben: Infanterie-Fans feiern die Gefechte rund um den Innenhof und planen, die nächsten Monate ausschließlich und durchgängig in Fort Vaux zu leben, während Freunde von Fahrzeugen angewidert die Nase rümpfen. Der Spielspaß ist aber definitiv ebenso da wie die Gewissheit, dass Fort Vaux eine für Battlefield 1 komplett neue Spielerfahrung bieten wird.

Mehr Möglichkeiten für die Klassen

Wer einen Blick auf die Waffen riskiert, findet fünf wirklich neue und eine angepasste Waffe für Piloten und Panzerfahrer vor. Während der Assault mit einer Schrotflinte und einem Karabiner zwei neue Waffen bekommt, bekommt der Rest der Klassen zwei Varianten der neuen Waffe. Jede Bleispritze hat dabei eigene Besonderheiten, die keine bisher verfügbare Waffe bietet: Das Ribeyrolles 1918 ist die erste Assault-Waffe, die dank einem Bi-Pod auf größere Distanzen einsetzbar ist; die RSC 1917 (Medic) hat eine sehr niedrige Feuerrate und ein kleines Magazin, aber tötet bis auf fast 50 Meter mit zwei Bodyshots und das Chauchat ist ein LMG mit hoher Genauigkeit und hohem Schaden, das aber eine niedrige Feuerrate hat. Selbst die nicht ganz so einzigartigen Waffen Lebel Model 1886 (Sniper mit hoher Mündungsgeschwindigkeit und wirklich langer Nachladezeit) und Sjögren Inertial (halbautomatische Schrotflinte) fühlen sich frisch und einzigartig genug an, um Fans glücklich zu machen. Anders als zuletzt bei Battlefield 4 sind die neuen Waffen also wirklich neu und bieten große Unterschiede. Dass DICE die neuen Möglichkeiten für die Klassen – speziell Assault und Support können ihre Klassen mit den neuen Waffen neu interpretieren –  hinter der DLC-Paywall versteckt, wird ganz traditionell vielleicht nicht jeden Spieler begeistern; die neuen Waffen sind aber auf jeden Fall top.

Neue Fahrzeuge

Zu guter Letzt werfen wir einen Blick auf die zwei neuen DLC-Vehikel: Der St. Chamond überzeugt auf der Geraden mit hoher Geschwindigkeit; der Fahrer darf aber ganz wie im schweren Panzer nur geradeaus feuern und muss sich ansonsten auf die Mitstreiter mit ihren LMGs vertrauen. Als besonderes Feature kann der Fahrer eine Taube losschicken und damit einen Artillerieschlag auf die Position des Panzers befehlen, was die Schwergängigkeit in engen Gebieten ausgleichen dürfte. Mit dem Char 2C gibt es dazu einen gigantischen neuen Panzer als Behemoth, der zwar langsam und schwerfällig sowie anfällig gegen Angriffe durch Flugzeuge ist, aber dafür feindliche Infanterie und vor allem Vehikel einfach nur zerstört. Cool ist die Erweiterung für den Fuhrpark allemal; speziell den Behemoth wird man aber traditionell eher seltener sehen.

They Shall Not Pass – Preview-Fazit: Tolle neue Inhalte

They Shall Not Pass wird definitiv ein guter, spaßiger, kurzweiliger DLC, der auch dringend benötigtes neues Futter mitbringt – die drei bisher spielbaren Maps bringen definitiv Abwechslung und frische Fights, die neuen Waffen lassen uns Klassenrollen variabler interpretieren und auch die neuen Vehikel überzeugen. Wir gehen außerdem davon aus, dass der Frontlinien-Modus überzeugen wird und Fans klarer Frontlinien und Aufgaben begeistern dürfte; Verdun Heights wird eine sehr coole Infanterie-Map werden. Die neue Waffen, die man über Assignments freischaltet, runden das schöne Gesamtpaket ab und bieten dazu neue Möglichkeiten, wie man eine Klasse spielt und interpretiert – sehr schön. Von netten Details wie dem beim Gewitter fast überschwemmten Bach auf Rupture über Details wie dem sichtbar leergeschossen Magazin des Chauchat bis hin zu den liebevoll designten neuen Modellen für die Franzosen und einem frischen Soundtrack ist alles an They Shall Not Pass ein Beleg dafür, wie viel Aufwand DICE für die neuen Inhalte betreibt. Und vor allem Fort Vaux wird tonnenweise Fans finden.

Hätte hätte, Panzerkette…

Gerade erst haben wir gelobt, jetzt wird ein bisschen gemeckert und philosophiert. Warum? Wir fragen uns, ob man vielleicht man bei Battlefield-DLCs in Zukunft härtere Maßstäbe anlegen als bisher sollte. Denn ja, trotz aller Qualität und der Vorfreude wirkt They Shall Not Pass auch ein bisschen wie eine – zwar sauber und wohl auch bravourös gemeisterte, aber trotzdem nicht mehr als das … – Pflichtaufgabe. Eine neue Fraktion inklusive komplett neuer Sprachausgabe, Modelle und Mehr hat DICE zwar seit ewigen Zeiten nicht mehr als DLC verkauft; gerade was die Umgebungen angeht, haben wir hier aber auf Soissons und Rupture schon viele bekannte Dinge gesehen. Vielleicht hätte DICE mehr Risiko gehen und Schlachtfelder wie Rupture oder Soissons mehr Einzigartigkeit verpassen sollen und eventuell einen mehr auf reine Infanterie-Fights ausgelegten DLC machen sollen. Vielleicht ist das aber auch sehr unfair und falsch – wir haben beispielsweise auch bei Battlefield 3 gesehen, wie viele Leute thematisch sehr begrenzte DLCs wie Close Quarters gehasst haben, da für sie quasi gar nichts dabei war. They Shall Not Pass wird sicher für jeden etwas bieten und kann dafür kaum kritisiert werden. Und man sollte nicht vergessen: Beim Blick auf die versammelte Shooter-Konkurrenz und die Erweiterungen kann man DICE soweiso nichts vorwerfen – Qualität, Inhaltsmenge und die Inhalte sind über jeden Zweifel erhaben. Warum sollte man also gerade die Battlefield-DLCs härter bewerten und kritisieren, als man das bei anderen Spielen tut? Was wir damit sagen wollen: Wir sind ein bisschen hin- und hergerissen und wollten das Thema zumindest mal ansprechen…

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it.

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