Menu

Battlefield 1 – Report: Sinkende Spielerzahlen, Gründe, Lösungen & Tode

Anzeige

Fangen wir damit an, was ganz offensichtlich ist: Die Spielerzahlen von Battlefield 1 sind im Vergleich zum Release deutlich gesunken – von teilweise bis zu 850.000 gleichzeitig aktiven Spielern sind wir deutlich abgerutscht und stehen aktuell bei etwa 250.000 Spielern im Peak. Das ist erstens gar nicht so viel mehr als bei Battlefield 4, in dem sich regelmäßig bis zu 100.000 Spielern treffen und zweitens definitiv ein deutliches Absinken der Spielerzahlen; gerade auf dem PC sind die Zahlen noch einmal deutlich stärker abgerutscht. Und so ist es an der Zeit, dass wir uns in einem Report anschauen, was passiert ist, warum das passiert ist und ob und inwieweit man sich Sorgen machen muss.

Eine ganz normale Entwicklung?

Erst einmal können wir beruhigen: Quasi jedes Spiel sieht eine ähnliche Entwicklung und auch vorherige Battlefield-Titel sind hier keine Ausnahme – zum Launch steigen die Spielerzahlen extrem stark an, erreichen dann einen Peak und sacken dann mehr oder weniger stark ab. Teilweise – das gilt gerade für die Spiele, die im September oder Oktober erschienen sind – geht es dank dem Weihnachtsgeschäft noch einmal temporär nach oben, bevor sich die Zahlen in den mehr oder weniger ausgeprägten Sturzflug begeben.Das gilt für Call of Duty,  ein anderes Call of Duty oder meinetwegen Fallout 4 oder GTA V. Auch Battlefield 1 zeigt diese Entwicklung – nach dem Release ging es nach unten, rund um Weihnachten wieder etwas nach oben und dann wieder nach unten. Gründe dafür gibt es viele – der Hauptgrund ist, dass andere Spiele herauskommen und dass die Spieler seltener oder gar nicht mehr spielen. De facto sind sinkende Spielerzahlen also nichts, was schockierend ist – es ist komplett normal. Die richtige Frage müsste also sein: Warum wird Battlefield 4 immer noch so viel gespielt? Gibt es Gründe, warum die Zahlen bei Battlefield 1 vielleicht etwas stärker sinken?

Hausgemachte Probleme

Tatsächlich gibt es diverse Themen, die bei Battlefield 1 dafür sprechen könnten, dass das Spiel mit verantwortlich ist, dass die Zahlen etwas stärker als gewohnt gefallen sind.

  • Wenige Inhalte: Battlefield 1 bringt von Haus aus wenig Waffen, Gadgets, Unlocks und Fahrzeuge mit; dazu können Waffen und Fahrzeuge auch nicht mehr beliebig angepasst werden. Ähnliche Probleme hatte bereits auch Titanfall, das mit wenig Inhalten erschien und dafür von der Community abgestraft wurde. (Obwohl bei Battlefield 3 oder Battlefield 4 ewig lange Threads entstanden, wonach das Spiel doof, casual und langweilig sei, weil es zu viele Auszeichnungen, Belohnungen und Unlocks gab.) Die Motivation kann schlicht und ergreifend für einige Spieler fehlen.
  • Wenig DLCs: Battlefield 1 hat bisher einen DLC und eine kostenlose Map bekommen. Im Vergleich dazu hatte Battlefield 4 zum selben Zeitraum ganze drei Erweiterungen bekommen: Second Assault, China Rising und Naval Strike brachten innerhalb von sechs Monaten ganze 12 neue Schlachtfelder, X neue Waffen, Fahrzeuge und drei neue Modi mit. Im Vergleich dazu hat Battlefield 1 einfach wenig neue Dinge bekommen, was – gerade in Kombination mit wenig Waffen und Spielzeugen – Leute dazu bringen kann, sich zu langweilen.

 

  • Die Serversituation: Bis zum letzten Patch war die Situation bei den Servern komplett indiskutabel und auch aktuell ist der Status dank fehlender anpassbarer Spielerzahlen, fehlenden Plugins, fehlenden Waffen- oder Klassenlimits und Co. eine dezent große Schande. Das betrifft zwar sicher nicht jeden Spieler, es betrifft aber genug Communities und Spieler, damit es sich sicher bemerkbar macht.
  • Gunplay und Gameplay: Hierrüber kann man sicher geteilter Meinung sein – dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Wer aber seine M16A3 vermisst sowie die auf deutlich striktere Art und Weise definierten und limitierten Waffen- und Klassenrollen nicht feiert, kann auch Battlefield 1 beiseite gelegt haben.
  • Battlefield 4 ist immer noch da: Nicht jeder mag den Ersten Weltkrieg – viele Spieler vermissen ihre ACOGs und Red Dots, anpassbare Waffen, Fahrzeuge und kehren gerne für die eine oder andere Runde in Battlefield 4 zurück. Das ist dazu nicht nur optisch und spielerisch immer noch auf der Höhe der Zeit, sondern dank Sales spottbillig oder für fast gar nichts (Hi, Origin und EA Access…) inklusive allen DLCs verfügbar. Dass der „Modern Warfare“-Shooter weiter erfolgreich ist und viel gespielt wird, ist auch genau so gewollt – Battlefield 4 ist sogar aus dem selben Menü zu starten wie Battlefield 1. (Und die Änderung dafür wurde bereits im Frühling letzten Jahres angekündigt…) Der Vergleich von Battlefield 1 auf der einen und dem Schritt von Battlefield 3 zu Battlefield 4 ist übrigens auch etwas unfair – Battlefield 4 war abseits der Bugs in jedem Punkt Battlefield 3 überlegen und einfach mehr, größer, schöner, krasser und cooler. Battlefield 1 hat diesen Bonus nicht.

 

Externe Gründe

Es gibt also definitiv Gründe direkt in Battlefield 1, die für sinkende Spielerzahlen sorgen. Aber gleichzeitig reicht ein Blick auf die Zahlen der anderen Titel, um zu sehen, dass es auch andere Gründe für sinkende Spielerzahlen geben muss. Und die reichen ganz weit – am Ende passiert verdammt viel abseits der Battlefield-Welt…

  • Viele andere tolle Spiele: Die Dichte an guten Spielen ist höher als jemals zuvor – selbst als mittelmäßig oder schlecht bezeichnete Titel sind heute von höherer Qualität als noch vor ein paar Jahren. Und dazu gibt es auch noch die wirklich guten Spiele. Allein ein Blick auf einige in diesem Jahr veröffentlichten Titel ist der Hammer: Zelda, Horizon: Zero Dawn, Mass Effect: Andromeda, Player Unkowns: Battleground, Ghost Recon: Wildlands und Co. sind nur Beispiele für Titel, die von vielen Spielern gespielt wurden. Unter den Zockern dieser Titel waren sicher auch ein paar Battlefield-Fans…
  • Sales aller Art: Sales, kostenlose Trial-Wochenende und Co. sorgen definitiv dafür, dass man Battlefield einfach mal ein paar Tage liegen lassen kann. Und es gibt auch noch deutlich mehr Sales als jemals zuvor. (Übrigens: Sales können ein Spiel auch nach langer Zeit wieder in der Spielergunst nach oben schwemmen. Ähnliches passierte mit Battlefield 3 und Battlefield 4, als der Preis reduziert wurde. Ein zweiter Peak entstand, sobald beide Titel in EA und Origin Access auftauchten.)
  • Die Jahreszeit: Abitur, gutes Wetter und Co. sorgen traditionell dafür, dass Spielerzahlen sinken. Das gilt sogar für ein extrem starkes Spiel wie Counterstrike: Global Offensive
  • Und das Alter: Nicht jeder Battlefield-Fan kann beliebig lange zocken, wie das vielleicht vor ein paar Jahren noch der Fall war. Unter der Woche etwa spielt der Schreiber dieser Zeilen auch kein Battlefield…

 

Nein, es gibt nicht „den einen Grund“

Es gibt vermutlich neben dem „normalerweise sinken Spielerzahlen halt deutlich nach dem Launch-Peak!“ nur eine weitere Regel, die man sich beim Thema Spielerzahlen ganz groß und zentral auf jeden Körperteil tätowieren lassen muss: Es gibt im Normalfall nicht den einzelnen und für alles verantwortlichen Grund, aus dem Spielerzahlen sinken. Im Falle von Battlefield 1 sprechen wir über einen Mix aus hausgemachten und externen Gründen. Woran liegt es denn jetzt genau? Sorry, liebe Leser – das weiß niemand so ganz genau, weil die Gründe zwar gelten, aber am Ende nur für manche Spieler wirklich relevant sind. Am Ende stört jemanden der Mangel an Unlocks vielleicht gar nicht, das Gunplay nervt ihn aber; ein anderer ist vom Mangel an Unlocks genervt und wieder jemand anders legt es wegen den fehlenden Serverfeatures beiseite. Wie hoch der Anteil dieser Gründe ist, weiß aktuell niemand. Wir wissen nur, dass ihr exakt eine Sache als absoluten Bullshit bezeichnen dürft: Sobald jemand dieses unglaublich komplexe Zusammenspiel von X Gründen seiner subjektiven Ansicht unterordnet und exakt eine einzige Erklärung auspackt, die für alles und Millionen Spieler gelten muss, hat diese Person ganz sicher Unrecht. Dieser eine Grund wird dabei zwar garantiert für einen Teil der Spieler gelten – wie groß dieser Teil der Spieler ist, ist etwas, was niemand sagen kann. (Im Vergleich zu Millionen Spielern sind ein paar Freunde in der Freundesliste übrigens einfach nicht repräsentativ…)

Mathematisches Geschwurbel für alle!

Jetzt kann man sich natürlich hinstellen und sich fragen, wie viele Spieler überhaupt pro Tag Battlefield 1 spielen. Diese Zahl kennt leider niemand – öffentlich einsehbar sind nur die Peak User, die aktuell zwischen 100.000 und 200.000 Spielern schwankt. Man kann natürlich jetzt Rechenbeispiele auspacken. Wenn man davon ausgeht, dass im Schnitt 150.000 Spieler gleichzeitig spielen und der geneigte Spieler im Schnitt eine Stunde spielt, dann hätten wir pro Tag 3,6 Millionen Spieler. Verringert man die durchschnittliche Spielzeit pro Tag auf eine halbe Stunde, stehen 7,2 Millionen Unqiue Player pro Tag da. Auch hier gilt: Man weiß es nicht genau – irgendwo in diesem Dunstkreis werden die realen Zahlen aber vermutlich liegen. (Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige Spieler nur alle paar Tage eine Runde spielen.)  Das sind dann etwa 35 Prozent der verkauften Spiele, was für einen über sechs Monate alten Titel komplett in Ordnung geht…

Was zur Hölle ist da bitte „tot“?

Wenn es für diesen Report ein Fazit geben muss, dann wäre es ungefähr Folgendes: Battlefield 1 ist nicht tot, sondern immer noch ganz fit und gut dabei. Aber Battlefield 1 hat auch hausgemachte Probleme: Wenig Waffen, wenig Customization, wenig neue Inhalte und auch fehlende Features sind Dinge, die auf jeden Fall nicht sein müssen. Über Balance, Gunplay und Co. kann man außerdem sprechen, andere Titel inklusive Battlefield 4 und Co. kommen dazu und so sind die Spielerzahlen sicher nicht so hoch, wie sie sein könnten, obwohl die Community immer noch fit und gesund ist. Wir werden beobachten, was in den kommenden Monaten mit Patches, kostenlosen Updates und den nächsten DLCs passiert. (Und wir hoffen, dass sich die offenen Baustellen und Probleme schnell in Wohlgefallen auflösen.) Bis dahin kann man aber auch immer noch ganz gefahrlos sagen: Battlefield 1 lebt ganz normal weiter. Und Grabsteine muss man auch nicht bestellen…

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

SUPPORT US

Bitcoin: 1AwYAaPwTfVmzvM5LNo5RHKs9EybsLrB4X

TS3 Server