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Battlefield 1 – Test: In The Name Of The Tsar und die Frage anch masse und Klasse

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Etwa zehn Monate nach dem Launch den zweiten DLC zu veröffentlichen, ist zumindest mutig – wer Battlefield 1 spielt, hat bisher nur halb so viele Erweiterungen wie etwa Battlefield 4 oder Battlefield Hardline im selben Zeitraum bekommen. Nun ist der Russland-DLC aber da und wirft mit Inhalten nur so um sich: Elf neue Waffen, zwei neue Fraktionen, sechs brandneue Schlachtfelder, diverse neue Fahrzeuge, Lanzenreiter, ein neuer Modus, zwei neue Operationen und ein Haufen Auszeichnungen sollen Fans wieder langfristig motivieren. Wir haben uns durch zahllose Gefechte gekämpft, die Rote und Weiße Armee gegeneinander antreten lassen und verraten euch jetzt, inwieweit der Plan aufgeht und wo DICE in Zukunft vielleicht etwas besser arbeiten sollte.

Man reiche uns Content!

Fangen wir mit der ganz kurzen und knappen Beschreibung der Inhaltsmenge von In The Name Of The Tsar an: Es ist einfach nur verdammt viel. Einen vergleichbar umfangreichen DLC hat DICE das letzte Mal 2010 mit Bad Company 2: Vietnam auf die Spielerschaft losgelassen – und anno dazumal war der Anspruch an technische Details und darum auch der Entwicklungsaufwand deutlich geringer. Seitdem hat DICE keinen so großen und vollgestopften DLC mehr veröffentlicht, der den altbekannten Standard aus vier Maps, drei Fahrzeugen, einem neuen Modus und fünf neuen Waffen so umfassend plattmacht. Anders gesagt: Rein über die Menge kann man kein böses Wort verlieren, sondern muss loben – für 15 Euro bekommt man deutlich mehr Inhalte als sonst. Ob der Inhalt aber wirklich gut ist oder ob DICE einfach massenhaft Inhalte um der Inhalte willen erschaffen hat, ist natürlich eine ganz andere Frage…

Wir wünschen Abwechslung!

Auf den ersten Blick kommt mit russischen Schlachtfeldern und gleich zwei russischen Fraktionen der wirklich noch ausstehende Bestandteil des Ersten Weltkriegs in Battlefield 1 an. Dazu gibt es erstmals Schnee – sehr schön. Gleichzeitig gibt es allerdings auf jeder Map Schnee, was auf Dauer etwas ermüdend werden könnte, wenn die Maps sich nicht komplett verschieden spielen würden. Tatsächlich hat DICE es aber glücklicherweise geschafft, sechs wirklich unterschiedliche Maps zu bauen: Vom wirklich kleinen und auf Stellungskämpfe ausgelegten Tsaritsyn geht es zu Brusilov Keep mit minimalem Fahrzeuganteil zu einer richtigen Stadtmap mit mehr Bewegungsfreiheit. Danach folgt Volga River mit großangelegten Panzerschlachten rund um zerstörte Dörfer, auf Albion geht es um eine Landungsoperation auf diversen Inseln, Lupkow Pass bietet steile Berge und Gefechte zwischen Infanterie und Flugzeugen, bevor auf Galicia der absolute Krieg ausbricht und Infanteristen in kleine Schützengräben oder ein Flussbett getrieben werden. (Wo sie die Scharfschützen verfluchen, aber tapfer am mutigen Sprint ohne Deckung, Teamplay, Koordination oder so absurde Dinge wie Rauch in ein schnelles Grab festhalten.) Anders gesagt: Abwechslungstechnisch geht hier alles komplett in Ordnung.

Neue Waffen für mehr Spielspaß

Auch was die Waffen angeht hat DICE einen sehr guten Job gemacht: Die insgesamt elf neue Waffen – die oft in zwei Varianten vorliegen – besetzen anders als in diversen Vorgänger-DLCs wirklich neue Nischen. Der Medic freut sich über ein echtes Sturmgewehr, der Support bekommt massive Feuerpower, der Assault hat plötzlich ein Mini-LMG dabei oder nutzt eine doppelläufige Schrotflinte, alle Klassen haben auf Wunsch ein Mini-Scharfschützengewehr als Pistole dabei und nur der Sniper langweilt sich ziemlich mit zwei normalen Standardwaffen. Was zur Freude der DLC-Spieler beiträgt, die neuen Maps mit neuen Assignments weiter aufpeppt und für mehr Motivation sorgt, dürfte Spieler ohne DLC aber etwas frustrieren: Die neuen Waffen sind zwar nicht übermächtig, aber sie eröffenen neue Optionen und Interpretationen der Klassen, was schlicht und ergreifend das Problem von wirklich gutem Paid DLC ist. Wenn man von ein oder zwei etwas frustrierenden Assignments absieht (nein, wir wollen keine 15 Sprengfallenkills machen müssen!) ist hier alles in guter Ordnung und DLC-Besitzer können feiern.

Sechs einzigartige Schlachtfelder für verschiedene Spielertypen

Jeder Map merkt man das Bemühen von DICE an, hier etwas wirklich Einzigartiges abzuliefern. Es gibt Map-exklusive Fahrzeuge wie Landungsboote oder Küstenbatterien auf Albion, massenhaft neue Gebäude mit noch mehr Zerstörung als sonst und weitere Details. Egal ob man Stellungskriege, gewaltige Fahrzeugschlachten, Panzerschlachten, hektische Gefechte rund um nach und nach immer weiter zerstörte Häuser oder ein Mittelding sucht – mindestens eine der Maps aus In The Name Of The Tsar lässt einen genau das erleben. Albion und Lupkow Pass lassen übrigens Flugzeuge auf Infanteristen los, was aufgrund weniger stationärer Luftabwehrgeschütze gewaltig schief gehen kann, wenn die verdammten idiotischen Teamkameraden nicht kapieren verstehen, dass sie die Flieger als Support mit diversen LMGs locker abschießen und vertreiben können. Ebenfalls interessant, wenn auch nicht unumstritten: Galicia, Volga River und Brusliv Keep limitieren die auswählbaren Panzer deutlich, was der Balance sicher gut tut, aber ein paar taktischen Möglichkeiten einen Rigel vorschiebt. Am Ende sorgt die Abwechslung dafür, dass jeder Spieler seine Lieblingsmap hat und dass verschiedene Spieler auch komplett unterschiedliche Rankings erstellen können; ein echter Favorit fehlt aber komplett. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass einige Spieler mit gefühlt der Hälfte der neuen Schlachtfelder nur wenig anfangen können…

Die Sache mit dem neuen Modus

Wenn man einen ziemlich Ausfall in In The Name Of The Tsar benennen müsste, dann ist es der „Supply Drop“-Modus. Der Gedanke ist dabei gar nicht so schlecht: Bomber werfen an bis zu drei zufällig ausgewählten Stellen Supply Drops ab. Nun muss man im sehr kleinen Umkreis stehen, um Punkte für das Team zu sichern. Was sich vielleicht gar nicht so lahm anhört, spielt sich trotz fehlender Fahrzeuge eher suboptimal: Der Radius um den Supply Drop ist so klein, dass man andauernd von Mörsern, Granaten und Co. weggesprengt wird. Für ein paar schnelle und hektische Runden reicht der neue Modus zwar locker; ein Fan-Favorit wie die Frontline-Spielvariante aus They Shall Not Pass wird es aber auch ganz sicher nicht.

Technisch beeindruckend

Überraschung: Die neuen Maps von In The Name Of The Tsar sehen wieder genial aus. Überraschung Teil 2: Auch die neuen Fahrzeuge, Sounds, Animationen und sonstige Details sind fast ausnahmslos wieder über jeden noch so kleinen Zweifel erhaben. Überraschung Teil 3: DICE hat mit brennenden Gebäuden, mehr Abwechslungs beim Wetter und mehr Wetterwechseln für weitere optische Leckerbissen gesorgt. Zwei Ausnahmen der sonst blitzblanken technischen Blianz wollen wir dann trotzdem erwähnen: Der neue superschwere Bomber der Russen bietet zwar Platz für vier Spieler und schöne Positionswechselanimationen; beim Wechsel an die beiden Sekundärgeschützpositionen sind die Animationen aber nicht durchgängig. (Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass selbst die riesigen Küstenbatterien tolle Einstiegsanimationen bekommen haben, verwundert uns das ganz minimal.) Und Russischkennern fällt auf, dass die sonst großartig aussehende und klingende Rote Armee genau die selben Sprüchlein aufsagt wie die Weiße Armee, was einfach keinen Sinn macht. Außerdem gibt es seit dem Update bei einigen Spielern Performanceprobleme, die bisher nicht gefixt wurden. Trotzdem: Technisch ist der DLC top.

In The Name Of The Tsar – Test-Fazit: Groß und verdammt gut

Wir wissen es: Mehr muss nicht gleich gut bedeuten. Ganz im Gegenteil – manchmal werfen Entwickler mit großen Mengen Content um sich, der am Ende hastig erstellt, kaum getestet oder einfach nicht spaßig ist. In The Name Of The Tsar umschifft diese Klippe mit abwechslungsreichen und technisch wie gewohnt beeindruckend Schlachtfeldern, die auch noch gut durchdacht sind und sich stark voneinander unterscheiden. Fans extremerer Schlachtfelder werden allerdings weniger zu tun und feiern haben, weil DICE quasi die ganzen Map-Archetypen in einen DLC gepackt hat. Oder doof gesagt: Wer lieber ausschließlich eine Schlachtfeldart bekommen will, wie es in Battlefield 3: Close Quarters oder Armored Kill der Standard war, wird hier etwas leiden und weniger zu tun haben. Dafür steht Fans durch die Vielfalt viel mehr Battlefield-Inhalt als sonst zur Verfügung, da selbst kritischere und auf bestimmte Varianten fixierte Fans genug zu tun haben werden – wer anno dazumal mit Close Quarters nichts anfangen konnte, hatte eben nichts zu tun; hier gibt es trotzdem ein paar interessante Schlachtfelder. Auch die exzellenten und liebevoll animierten Waffen kommen mit einem Luxusproblem im Gepäck: Gerade weil sie neue Rollen und Interpretationen der Klassen erlauben, werden Spieler ohne DLC deutlicher als sonst eingeschränkt (allerdings werden sie rein von der Balance her nicht benachteiligt). Zum Schluss kann man jedem In The Name Of The Tsar ans Herz legen – für den recht knappen DLC-Preis kommt hier ein kleineres Addon mit massenhaft Inhalten, die es wirklich in sich haben.

Editor & Admin of battlefieldseries.de knowing everything about shooters. Marketing man. All thoughts my own. Call me Mike or forget it. #Yolo #Swag #Catz

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